Reisebericht Tromsoe in Norwegen (Feb 2019)

Reisebericht Tromsoe in Norwegen: 5 Tage Fotoreise zur Aurora Borealis (Polarlichtexkursion)

5 Tage Tromsoe, unser Tourverlauf:

Tag 1: München -> Tromsoe (Radisson Blu Tromso)

Tag 2: Tromsoe -> Fjellheisen Peak

Tag 3: Tromsoe -> Käsivarrentie 11323, 99470 Enontekiö, Finnland

Tag 4: Tromsoe -> Tromso Ice Domes, Øverbygd, Norwegen & Fjellheisen Peak

Tag 5: Tromsoe -> Kopenhagen -> München

Herauszufinden wo man Polarlichter sehen kann, wann die beste Reisezeit ist und wie man zu den möglichen Orten am einfachsten hinkommt hat mich an mein Studium erinnert und mich einige Tage „Research“ im Netz gekostet.

Am Ende stand Tromso in Norwegen als Ziel fest. Es gilt als einer der besten und „sichersten“ Orte für das Fotografieren von Polarlichtern. Gleich vorneweg, auch einer der teuersten und meistbesuchten. Deshalb gilt: früh buchen, sonst kann man auch schon mal Pech haben und alle Hotels sind ausgebucht oder zumindest extrem teuer.

Wir haben uns leider erst sehr spät entschieden (14 Tage vor Reisebeginn) und haben den entsprechenden Preis dafür bezahlt, da nicht nur die Hotels knapp und dann teuer waren (wir haben das letzte Zimmer im SAS Radisson Blue erwischt), sondern auch die Ausflüge teilweise einfach nicht mehr verfügbar waren.

Aus diesem Grund haben wir uns bei Reisebuchung auch gleich die Polarlichter Tour im Minibus (VIP) von „Chasing Lights“ gebucht. Das ist nicht der günstigste Anbieter, aber auf YouTube gab es sehr gute Berichte, so dass wir uns für diesen entschieden haben. Der Tourpreis liegt bei ca. 180,- Euro p.P. Es gibt aber auch Anbieter, die vergleichbare Touren schon für 150,- Euro p.P. anbieten.

Aus Deutschland kann man am Einfachsten per Flugzeug anreisen. Ab München ist das je nach Jahreszeit sogar Non-Stop möglich und der Flug dauert 3,5h. Ansonsten geht es auch über Frankfurt direkt. Alternativ kann man von Deutschland aus auch über Kopenhagen, Stockholm oder Oslo anreisen. Dauert dann entsprechend länger.

Vom Flughafen Tromso kann man entweder den Bus oder ein Taxi in die Innenstadt nehmen. Ab 2 Personen macht das preislich kaum noch einen Unterschied. Bus liegt bei 100 Kronen pro Person und Taxi kostet ca. 200 Kronen gesamt, ist aber deutlich schneller und bequemer.

Woran man bei einer Tromsoe / Norwegen Reise unbedingt denken sollte:

Landeswährung: NOK (Norwegische Krone), aber Euro werden meist auch akzeptiert. Für Zahlungen oder Bargeldabhebungen kann man seine Kreditkarte überall im Land verwenden. 

Impfungen: Aus Deutschland kommend sind keine Impfungen vorgeschrieben. Es empfehlen sich jedoch die Standardimpfungen, siehe Vorschläge auswärtiges Amt.

Gepäck: Wenn man mit dem Flugzeug anreist, dann sollte man lediglich auf die Gewichtsbeschränkung der Airline achten. Ansonsten unproblematisch, auch was das Fotogepäck angeht,

Hilfreich: Eine Stirnlampe, da man meistens im Dunkeln unterwegs ist.  Handytaschenlampe tut es zur Not auch, leuchtet aber oft nicht weit genug und man hat nur eine Hand frei.

Bekleidung: Norwegen ist im Februar entsprechend kalt. Deshalb haben wir warme Kleidung eingepackt, Thermo Unterwäsche und alles andere für das bekannte „Zwiebelprinzip“ notwendige, sowie unsere inzwischen weltweit bewährten Wanderschuhe. Insgesamt 2 Reisekoffer und dazu der kleine Fotorucksack Lowepro Runner 350. Die meisten Leute sind einfach mit Ihren „Skisachen“ durch die Stadt etc. gelaufen. Wichtig ist eine wasserdichte Jacke dabei zu haben, da es neben Schnee auch Regen geben kann.

Reiseverlauf Tromsoe / Norwegen Reise, Vorbereitung, Highlights und Fazit

Tag 1: München -> Tromsö. Pünktlich um 8 Uhr hebt der Flieger ab. Leider lässt der Wetterbericht nichts Gutes für unsere Reise erahnen. Für die nächsten 4 Tage ist bewölkter Himmel angesagt und Regen bzw. Schneefall. Das sind leider keine guten Voraussetzungen für die Polarlichter Expedition, denn Polarlichter kann man nur bei klarem Himmel sehen. Außerdem auch keine guten Voraussetzungen für Aufnahmen von der Bergstation auf Tromsö. Die Spannung steigt entsprechend.
Bei der Landung in Tromsö (der Flughafen ist wirklich niedlich) verlässt man das Flugzeug per Treppe und bekommt zumindest im Februar gleich einen guten Eindruck was Schneeregen heißt. Der Wind peitscht uns ins Gesicht und die Daunenjacke ist schnell durchgenässt. Auf die letzte Sekunde hatten wir uns noch gegen die Skiklamotten entscheiden (was im Nachhinein ein Fehler war).

Wir nehmen ein Taxi. Es kostet knapp 200 NOK (ungefähr 20 Euro) und geht schnell und zuverlässig. Im Hotel herrscht ein strenges Regiment und vor 15 Uhr darf keiner einchecken. Die Koffer kann man aber ganz easy abgeben und so gehen wir gegen 13:30 auf Erkundungstour. Erst zum Hafen, dann in die Fußgängerzone und nach einer Stunde hat man eigentlich fast alles gesehen.

 

Da wir Hunger haben gehen wir zu einem Asiaten am Hafen Sushi essen, was preislich ok und qualitativ hervorragend ist. Das Restaurant heißt Sushi Point „Lotus“.

Gegen 15 Uhr sind wir wieder im Hotel (deutsche Pünktlichkeit) und gerade noch rechtzeitig vor einer Reisegruppe. Wir hatten ein Standardzimmer (12qm) gebucht und sind überglücklich über ein Upgrade in eine Junior Suite mit immerhin 29qm. Das Radisson Blu liegt günstig direkt am Hafen und alles kann fussläufig erkundet werden. Von der Lage ebenfalls zu empfehlen sind das Scandic und das Clarion am Hafen. Leider regnet es wie aus Eimern und zusammen mit dem Schnee/Eis auf der Straße entwickelt sich das alles in die falsche Richtung. Wir gehen zurück ins Hotel und nutzen erstmal das Fitnesscenter.

Danach, es ist inzwischen halb 7, gehen wir Richtung Mack‘s Beer Hallen, auch bekannt als „Oelhallen“, der ältesten und nördlichsten Brauerei Norwegens. Findet man dementsprechend auch in jedem Reiseführer. Dort angekommen und ziemlich nass, trotz der Regenschirme vom Hotel, stellen wir fest, dass es über 70 Biersorten gibt, aber leider nichts zu essen. Da wir Hunger haben gehen wir deshalb wieder und landen wieder im Restaurant „Lotus“, welches nur 5 min vom Hotel entfernt ist. Das Essen ist erneut ausgezeichnet, ebenso der Service und vor allem stimmt der Preis für norwegische Verhältnisse und Mack’s Bier haben sie auch. Passt also alles.

Ein kleiner Tipp: Norwegen ist nicht Miglied der EU, weshalb z.B. Amazon Prime Video nur sehr eingeschränkt zur Verfügung steht (nur Originals) und man sich deshalb lieber zuhause schonmal seine Filme downloaden sollte, falls man Zeit „überbrücken“ muss oder das norwegische Fernsehen nicht mag.

Tag 2: Tromsoe -> Fjellheisen Peak. Es ist weiter bewölkt und auch wenn wir das Beste daraus machen, drückt das auf die Stimmung. Mit Wolken keine Aurora und mit Schneefall keine Sicht. Alles eher suboptimal an diesem Februartag. Die Wettervorhersage wechselt praktisch minütlich und man kann sich nur sehr grob darauf verlassen. Positiv ist, dass der Schneefall besser ist als Regen.
Das Frühstück im Hotel ist gut und ich kann jedem nur empfehlen es direkt mitzubuchen, da es in Tromsoe nicht wirklich viele Optionen für Frühstück gibt und wenn, dann sind diese meistens einen kleinen Fußmarsch vom Hotel weg. Tromsoe selbst ist zwar ein Dorf, welches sich inzwischen auf einen steigenden Tourismus eingestellt hat, mit vielen Hotels und Restaurants aller Preisklassen aber sonst gibt es eher wenig zu sehen. Auch wenn Tromsoe ganz „süß“ als Städtchen ist, hat man das Interessante daher locker an einem halben Tag gesehen. Die Highlights sind die Seilbahn, die Eiskathedrale inklusive der Brücke dorthin, die Bibliothek (vor allem abends) und die Fussgängerzone an deren Ende eine weitere Kirche steht.

Gegen 11 Uhr hört es auf zu schneien und wir entscheiden loszulaufen. Kurz vor der Brücke stürmt und schneit es dann wieder so stark, dass wir umkehren und erstmal in ein Café gehen. Wir landen im Svermeri Café, welches total gemütlich ist und mit tollen Kuchen, Sandwiches, Tee und Kaffee zu vernünftigen Preisen lockt. Sehr empfehlenswert. Nach einer guten Stunde lässt der Schneesturm nach und wir laufen über die Brücke zur Kathedrale. Der Weg und die Aussicht sind toll und empfehlenswert, allerdings nervt der Lärm der Autos und Laster doch sehr. Vom Hotel sind es zu Fuß ca 1,6km bis zur Kathedrale. Tagsüber eher unspektakulär und 5 Euro Eintritt für die Kirche ist auch eher unverschämt. Wir laufen wieder zurück und genießen den Weg, bevor wir zum Mittagessen im „Kaffeebonna“ einkehren. Hier gibt es fantastisch frische Brotsandwiches mit Thunfisch, tollen Kaffee und eine gemütliche Atmosphäre, wenngleich es sehr voll ist. Gegen 14 Uhr sind wir im Hotel zurück und machen uns für den Nachmittag fertig.

Wir wollen auf den Fjellheisen Peak mit der Seilbahn. Das Taxi vom Hotel kostet knapp 18 Euro. Es sind etwas über 3km, könnte man ggfs. auch laufen, da ich aber das Stativ mitnehme, nehmen wir doch das Taxi, zumindest für den Hinweg. Die Berg und Talfahrt auf den Fjellheisen kostet ca 20 Euro pro Person und dauert gute 4min. Bei klarem Wetter ist der Blick von oben spektakulär und ein Must Do in Tromsoe. Oben angekommen ist es noch hell und wir machen die ersten Bilder.

Gegen 15:40 soll Sonnenuntergang sein und so gehen wir anschließend noch in das Bergrestaurant. 3 Kaffee, ein Kuchen und ein Schokoriegel später ist es 16 Uhr und so langsam kommen die Lichter der Stadt zum Vorschein.

FOTOTIPP:

Ein wirklich toller Blick, den man am Besten von der Terrasse der Bergstation genießt. Von hier lassen sich auch die besten Bilder machen. Tipp: Stativ an die Brüstung anlehnen, dann hat man freies „Schussfeld“, aber auf die Vibrationen der Seilbahn achten. Am besten dann fotografieren, wenn die Gondel „steht“.

Inzwischen hat es -5 Grad und wir fangen nach einer Dreiviertelstunde auf der Terrasse an zu frieren. Daher wärmen wir uns nochmal kurz auf, verstauen das Equipment und nehmen dann die Gondel nach unten. Diesmal laufen wir den ganzen Weg zurück, da wir die Kathedrale nochmal im Dunkeln sehen wollen. Von der Brücke lassen sich hier nochmal sehr schöne Bilder von Tromsoe bei Nacht schießen, allerdings benötigt man wegen der ständigen Vibrationen durch die Autos eine hohe ISO und kurze Verschlusszeit.
Gegen 18 Uhr sind wir zurück im Hotel und machen uns fertig fürs Abendessen. Wie habe einen Tisch im Restaurant Fiskekompaniet bestellt. Eine Tischreservierung, gerade Fr-So ist ein absolutes Muss in den guten Restaurants, zumindest, wenn man einen schönen Tisch möchte. Wir hatten nachmittags reserviert und ab 20:30 war schon alles voll. Deshalb sind wir um 19 Uhr essen gegangen.

Der Platz im Restaurant war Spitze, das Essen ebenfalls (die Fischsuppe als Vorspeise und Kabeljau als Hauptgang sowie ein Traum Panna Cota zum Nachtisch) und genauso der Service. Allerdings gehört dieses Restaurant in Tromsoe auch zu den „gehobeneren“, was es nicht ganz günstig macht, jedoch jeden Euro wert ist, wenn man gutes Essen mag.
Nach dem Essen hat sich das Wetter deutlich gebessert. Es hat um die Null Grad, kein Wind und klarer Himmel. Deshalb schnappe ich mir mein Fotoequipment nochmal und laufe für Nachtaufnahmen von Tromsoe los.

2h später bin ich wieder da und froh diese kleine Tour noch gemacht zu haben. Leider gab es keine Polarlichter über Tromsoe zu sehen, dazu ist das Umgebungslicht zu hell.

Tag 3: Tromsoe -> Käsivarrentie 11323, 99470 Enontekiö, Finnland. Es regnet, während im Rest Europas der Frühling ausgebrochen ist und die Sonne scheint. Außerdem herrscht ordentlich Wind. Viel ungemütlicher geht es kaum. Wir bleiben also lange im Bett und gehen erst gegen 09:30 zum Frühstück, wo wir dann bis 11 Uhr bleiben. Sonst lässt sich bei dem Wetter wenig machen. Danach ruhen wir uns noch aus, lesen, surfen etc. also Dinge, um die Zeit rumzubekommen. Gegen 14 Uhr wird das Wetter besser und wir gehen noch einmal ins Kaffeebonna für eines der leckeren Sandwiches. Danach geht es wieder ins Hotel und wir warten bis 17 Uhr. Dann heißt es fertig machen für die Chasing Lights Tour. Pickup – man bekommt morgens eine E-Mail mit allen Daten – ist um 17:35, nur 5min zu Fuß vom Hotel.

Pünktlich um 17:45 geht es los. Wir sind im ersten Bus. Marius unser Guide gibt eine kurze Einweisung und erklärt, dass wir aufgrund des Wetters Richtung Finnland fahren werden. Lange 3,5h liegen jetzt vor uns, für eine Streck die normal knapp unter 3h machbar ist (laut Google). Gut das wir das nicht wussten. Wir fahren durch einen Schneesturm, der seines gleichen sucht und so heftig, wie ich es noch nie erlebt habe. Teilweise sehen wir keine 20m weit. Dann endlich, ca.20min hinter der finnischen Grenze hört es auf zu schneien und der Himmel wird klar. Man sieht die Sterne, was die wesentliche Voraussetzung ist, um Polarlichter sehen zu können. Leider hat der Wind nicht aufgehört.

Wir ziehen die dicken Thermo Overalls über unsere Kleidung und tauschen die Wanderschuhe gegen Schneeboots. Das Gesicht wird bis über die Nase mit Fleece abgedeckt und so lässt es sich langsam im eisigen Wind aushalten. Ich baue das Stativ auf und schütze die Kamera mit einer Plastiktüte, die aber in 2 sek weggeweht wird und ich muss erstmal hinterherlaufen. Neuer Versuch, diesmal knote ich sie fest. Stativ und Kamera bringen schon einiges an Gewicht mit und dennoch gibt es durch den starken Wind mit Geschwindigkeiten bis 20km/h immer wieder Vibrationen, die sich bei den Langzeitbelichtungen leider bemerkbar machen. 

Egal was ich probiere, große oder kleine Blende, high oder low ISO, lange und kurze Belichtung, auto und manuell, ganz egal, es gibt keine scharfen Bilder, dafür ist einfach Zuviel Wind und auch hier und da zuviel Schnee in der Luft, der vom Wind hochgewirbelt wird. Am Ende gelingen einige wenige zufriedenstellende Aufnahmen, aber wirklich zufrieden bin ich nicht. Das Wichtigste aber waren ja nicht die Bilder, sondern dieses einmalige Phänomen einmal life zu sehen und zu erleben und das haben wir.

FOTOTIPP:

Wenn möglich Verschlusszeiten unter 10sek wählen und lieber mit der ISO hochgehen. Weitere Voraussetzung für gute Bilder ist ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv. Da bei der Dunkelheit der AF meist nicht funktioniert am besten manuell auf unendlich schalten oder mit der Taschenlampe einen Punkt erhellen, auf den die Kamera dann mit dem AF scharfstellen kann. Danach den AF abschalten. Die Bilder sind alle zwischen 10 und 25sek belichtet worden und den Tipp mit der Taschenlampe zum scharfstellen habe ich selbst zu spät bekommen, aber vielleicht hilft er anderen 🙂

Wir bleiben ca 2h vor Ort, machen ein Lagerfeuer, essen unser Abendessen und trinken heiße Schokolade. Man könnte es fast romantisch nennen, wenn einem nicht ständig der eisige Wind ins Gesicht pfeifen würde. Definitiv ist es ein kleines Abenteuer. Gegen Mitternacht packen wir zusammen und fahren wieder.

Lange 4h dauert der Rückweg und wir haben das Gefühl der Sturm wird noch viel schlimmer. Alle paar Kilometer muss der Minibus anhalten, um die Scheibe und Scheibenwischer vom Eis zu befreien. Dann endlich gegen kurz vor 4 Uhr sind wir wieder in Tromsoe und fallen kurze Zeit später übermüdet ins Bett.

Tag 4: Tromsoe -> Tromso Ice Domes, Øverbygd, Norwegen & Fjellheisen Peak. Der Wecker ist auf 10 Uhr gestellt und ich stehe senkrecht im Bett, als er klingelt. Egal, ein toller Tag, Sonnenschein, klarer Himmel, es kann losgehen. Dann fragt meine Frau wieso ich um 9 Uhr aufstehe (?)… Mist, das Handy hat sich von der finnischen Zeit (+1) nicht zurück gestellt. Dadurch ist die Nacht jetzt leider kürzer.

Wir gehen frühstücken und entscheiden kurzentschlossen den Ausflug zum ICE Dome Hotel von Tromsoe zu machen. Wir fragen uns, ob es die 90 Euro pro Person wohl wert sein wird. Um 13 Uhr geht es los. Abholung mit einem Bus am Nachbarhotel und dann 1,5h Fahrt. In Tromsoe waren es -2 Grad, beim Hotel -14 Grad. Ein kleiner Unterschied. Das Hotel ist von außen unscheinbar, aber von Innen wirklich beeindruckend und ja, der Preis für den Ausflug ist gerechtfertigt, wenn man norwegische Verhältnisse annimmt.

Es gibt 2 „Eishallen“ und während In der ersten ein Film über den Bau gezeigt wird, ist in der 2ten das Restaurant und die Bar. Danach folgen die Zimmer, die man sich tagsüber ansehen kann. Jedes hat ein anderes Motto und sie sehen sehr gemütlich aus.

Im Hotel sind es warme -5 Grad und nach etwas über einer Stunde, wird es uns dann doch zu kalt und wir gehen in die Blockhütte, wo wir an einem Feuer eine heisse Tomatensuppe genießen. Nach 2h geht es zurück und neben einer tollen Hinfahrt mit vielen Fjorden und Bergen gibt es auch eine schöne Rückfahrt in der Dämmerung bis wir bei Dunkelheit in Tromsö ankommen.
Da wir nicht viel gegessen haben gehen wir direkt los. Wir landen zum dritten Mal im Lotus Sushi Point, der wirklich empfehlenswert ist. Unterschiedliche Sushi’s und Dumplings sowie 2 Hauptgerichte später gehen wir ins Hotel.

Irgendwie habe ich Lust noch was zu unternehmen und auch die Hoffnung, dass der Himmel nochmal aufklärt. Ich schnappe also erneut Kamera und Stativ und fahre mit dem Taxi (diesmal für 22,- Euro?) zur Fjellheisen Bergbahn und dort hinauf auf den Berg. Diesmal ist es ganz anders. Wenig Leute und die meisten sind Fotofans. Alle mit Stativ und guten Kameras ausgerüstet. Es ist kalt, aber kaum Wind. Ich laufe erstmal zum Aussichtspunkt und hier macht sich meine erneut Stirnlampe bezahlt, da es schon sehr dunkel ist. Der Blick auf Tromsoe ist super und es entstehen nochmal ein paar sehr schöne Nachtaufnahmen.

Nach einer guten Stunde gehe ich zurück und trinke erstmal eine heisse Schokolade. Auch hier wenig Leute und eine schöne ruhige Stimmung, ganz anders als die Hektik vor 2 Tagen. Die 2 Besuche haben sich auf jeden Fall gelohnt. Um 22:00 Uhr nehme ich die Bahn nach unten und laufe dann durch die frische Nacht zurück zum Hotel. Das sind knapp 3km und gut machbar.

Tag 5: Tromsoe -> Kopenhagen -> München. Abreise. Wir genießen ein letztes Mal das gute Frühstück, packen zusammen und fahren zum Airport. Die Fahrt dauert nur 15min und so haben wir am Flughafen noch genug Zeit. Der Checkin geht ebenso schnell, wie die Sicherheitskontrolle und am Schluss hatten wir noch Zeit für einen Kaffee und einen letzten Blick auf die Berge,  bevor wir in unseren Flieger nach Kopenhagen und dann weiter nach München steigen.

FAZIT: Eine wirklich schöne Kurzreise mit herrlichen Fotomotiven, bei der nur leider das Wetter nicht ganz so mitgespielt hat, wie wir es uns gewünscht hätten. Bei besserem Wetter hätte man auch eine Bootstour machen können (Wird im Winter als Walbeobachtung und im Sommer – ab 10. Februar – als Fjordtour angeboten, ist aber die gleiche Tour und die gleichen Boote.

Noch ein paar Tipps zum Schluss: Wir haben uns so gut es in der Kürze der Zeit ging vorbereitet. Einziger Fehler war die warme Skikleidung nicht mitzunehmen, damit wäre es noch „wärmer“ und angenehmer gewesen. Auf das Wetter hat man leider keinen Einfluss und es wechselt ständig an der Küste. Dennoch, wenn die Vorhersage „klare“ Nächte anzeigt, dann am besten die Nordlichttour schon vorab buchen. Ob es sich lohnt die VIP Tour zu buchen vs dem normlen „Reisebus“? Schwer zu sagen. Die Fahrtstrecken sind ähnlich, aber man bekommt bei der VIP Tour mehr für das Geld (Thermoanzug, Essen, Lagerfeuerromantik  etc.). Ich würde zumindest einmal die VIP Tour buchen. Tromsoe selbst ist eine kleine Stadt und alles ist fussläufig machbar. Dennoch fanden wir es gut ein Hotel so zentral wie möglich zu haben, auch das würden wir empfehlen. Wir überlegen uns Tromsoe im Sommer noch einmal anzusehen, evtl. als Stopover auf dem Weg nach Spitzbergen.

Welche Fotoausrüstung für Tromsoe / Norwegen?

Die grossen Teleobjektive haben wir diesmal zuhause gelassen. Es gibt zwar Seeadler in Tromso, aber die sind ja nicht das Hauptziel und für den Trip schienen mir das Weitwinkel, die kleinen Zooms und das mittlere Tele-Zoom ausreichend. Ausserdem dabei: zusätzliche Ersatzbatterien (!), wegen der Kälte.