Reisebericht Oman (Apr 2019)

Reisebericht Oman: 12 Tage Fotoreise mit Stopover in Dubai im Apr 2019

12 Tage Rundreise Oman, unsere Tour:

Tag 1: München -> Dubai (Marriott al Jaddaf)

Tag 2: Dubai -> Muscat (Sheraton Oman Hotel)

Tag 3: Muscat -> Jabal Akhdar (Anantara Al Jabal Al Akhdar)

Tag 4: Jabal Akhdar -> Al Hamra  (The View)

Tag 5: Al Hamra -> Jabal Shams -> Nizwa (Falaj Daris Hotel)

Tag 6: Nizwa

Tag 7: Nizwa -> Wahiba Sands (Desert Nights Camp)

Tag 8: Wahiba Sands -> Wadi Bani Khalid -> Sur -> Wadi Shab -> Muscat / Al Bustan Palace

Tag 9-10: Muscat / Al Bustan Palace (Al Bustan Palace)

Tag 11: Muscat -> Dubai (Sheraton Mall of the Emirates)

Tag 12: Dubai -> München

Woran man bei einer Omanreise unbedingt denken sollte:

Landeswährung: AED für Dubai und OMR für Oman. Genaue Kurse hier auf der Seite unter „Exchange Rate“. Für Zahlungen oder Bargeldabhebungen kann man seine Kreditkarte überall im Land verwenden. An Tankstellen und für kleine Beträge sollte man allerdings Bargeld parat halten. Wir hatten 150 OMR für eine Woche geplant, was gerade so gereicht hat.

Impfungen: Aus Deutschland kommend sind keine Impfungen vorgeschrieben. Es empfehlen sich jedoch die Standardimpfungen, siehe Vorschläge auswärtiges Amt.

Gepäck: Wenn man mit dem Flugzeug anreist, dann sollte man lediglich auf die Gewichtsbeschränkung der Airline achten. Ansonsten unproblematisch, auch was das Fotogepäck angeht.

Visum: Als deutscher Staatsbürger benötigt man ein Visum (!), welches nicht mehr am Flughafen erworben werden kann, sondern vorab online beantragt werden muss. Es kostet ca 12,- Euro. Hier der offizielle Link: eVisa Oman

Wichtig: Ausdrucken und mitnehmen (!)

Führerschein: Für den Oman ist neben dem europäischen Führerschein der internationale Führerschein vorgeschrieben. Wir wurden am Mietwagenschalter zwar nicht danach gefragt, aber solltet Ihr kontrolliert werden (z.B. von der Polizei), so gilt dieser.

Bekleidung:
Im europäischen Frühjahr kann es im Oman bereits Temperaturen um die 40 Grad (!) erreichen, gleichzeitig abends deutlich abkühlen und auch die klimatisierten Räume sollten nicht unterschätzt werden. Wirklich warme Kleidung ist nicht notwendig. Wer die Wadis besuchen will, sollte sich „Badeschuhe“ mitnehmen. Das ist angenehmer. Frauen sollten auf alle Fälle ein grosses Tuch oder ähnliches dabei haben, damit sie sich beim Besuch der Moscheen „bedecken“ können. Genrell gilt Schultern und Knöche sollten bei Mann und Frau bedeckt sein (auch in Restaurants etc.) und bei Frauen zusätzlich der Kopf beim Besuch religiöser Einrichtungen. Beim Schwimmen in Wadi Bani Khalid und Wadi Shab können Frauen auch im Bikini schwimmen. Die Einheimischen sind hier tolerant (Bani Khalid nur im hinteren Teil der Naturbecken!). Der Oman ist ein sehr freundliches und offenes Land und bei „Kleiderverstössen“ erfolgen meist nur dezente Hinweise (Ausnahme Moscheen). Aber genau deshalb sollte man gebührenden Respekt zeigen und sich an die Kleiderordnung halten. In den Bergen, der Wüste und auch den meisten Städten kann Mann und Frau sommerlich rumlaufen, aber auch hier sollte die (weibliche) Kleidung nicht zu aufreizend sein. Wir haben – auch um Gepäck zu sparen – Funktionskleidung mitgenommen, so dass man nach dem bekannten „Zwiebelprinzip“ auf alles eingestellt war. Zusätzlich noch ein Outfit für die gehobenen Hotels (man will ja nicht in der Outdoorhose im Restuarant sitzen).

Reiseverlauf Omanreise, Vorbereitung, Highlights und Fazit

Vorbereitung: Als deutscher Staatsbürger benötigt man ein Visum, welches nicht mehr am Flughafen erworben werden kann, sondern online beantragt werden muss. Es kostet ca 12,- Euro und kann hier beantragt werden eVisa Oman (Achtung, es gibt eine Menge Abzockerseiten im Netz, die deutlich mehr verlangen). Wenn man einen Mietwagen mieten will, dann benötigt man den internationalen Führerschein. Was die Mietwagenbuchungen angeht, haben wir bisher die besten Erfahrungen mit den großen Vergleichsplattfornen gemacht, da man schnell einen guten Überblick hat und meistens ein Rundum-Sorglos-Paket dazubuchen kann.

Tag 1: Von München über Frankfurt nach Dubai, wo wir die erste Nacht verbringen. In Dubai angekommen sind es um 22:30Uhr noch immer knapp 33 Grad. Vom Flughafen nehmen wir ein Taxi zum Hotel. Taxifahren in Dubai ist relativ günstig.  Der Check-in im Marriott Al Jaddaf Hotel läuft problemlos und wir bekommen sogar kostenlos einen late Check-out bis 18 Uhr für den nächsten Tag zugesagt. Traumhaft und in Deutschland ohne Zuzahlung eher undenkbar.

Tag 2: Von Dubai nach Muscat. Kurzes Frühstück und danach geht es zur Dubai Mall, die größte Mall weltweit. Die Highlights sind das Meerwasseraquarium und die Eislaufbahn. Gutes Essen findet man im Foodcourt z.B. bei K9-44 einem indischen Tandori Restaurant. 

FOTOTIPP:

Wem es draussen zu heiss ist und dennoch einen Blick auf den künstlichen See mit seinen Wasserspielen werfen möchte, der kann in den Nike Store gehen und bis hinten durchlaufen. Dort sind sogar Sitzbänke vorhanden, so dass man einen „kühlen“ Blick auf das Geschehen werfen kann.

Der Flug nach Muskat dauert knapp 50min. Der Flughafen im Oman ist mit Abstand der sauberste Flughafen, den wir bisher gesehen haben. Die Einreise geht schnell, das ausgedruckte E-Visa sollte man dabei haben, es wird einbehalten. Interessanter Weise wird bei jeder Kontrolle, auch beim Mietwagen, nach dem Flugticket gefragt. Kurz nach Mitternacht erhalten wir unseren Europcar Mietwagen. Ein alter Nissan Patrol. Luxus sieht anders aus für den doch recht hohen Mietpreis von fast 100,- Euro pro Tag. Auf dem Weg zum Hotel, haben wir  festgestellt, dass die Lenkung des Nissan nicht in Ordnung ist. Das Hotel war sofort sehr hilfsbereit und hat versucht Europcar zu erreichen. Leider ohne Erfolg. Keine der angegebenen Nummern, auch die Notfallnummer nicht, hat funktioniert. Da fragt man sich, was bei einem echten Notfall ist?

Tag 3: Von Muscat nach Jabal al Akhbar. Das Frühstück im Hotel bietet eine unglaubliche Auswahl und wer mag, kann sich durch die Spezialitäten sämtlicher Kontinente essen. Das Sheraton Oman ist absolut empfehlenswert. Wieder zurück am Flughafen (Europcar hatte weder auf Email noch Anrufe reagiert) tauscht Europcar etwas widerwillg den Nissan Patrol gegen einen Mitsubishi Pajero. Dass der gerade aus dem „Cleaning“ kam, hätten wir so jetzt nicht gemerkt, aber er ist etwas moderner, hat einen Tempomaten und „nur“ 100.000km auf dem Tacho. Nach ca 100km tanken wir das erste Mal, bzw lassen tanken, da das hier zum Service gehört. Da es 22 Liter sind bis der Tank voll ist, bleibt nur ein Schluss… er war nicht voll bei Übernahme… aber bei 12,- Euro Tankrechnung drücken wir ein Auge zu.

Am Kontrollpunkt zum Jabal al Akhbar Gebirge – ab hier sind nur noch 4×4 Fahrzeuge erlaubt – kontrolliert die Polizei. eine Stunde später erreichen wir das Anantara Resort, welches – anders als erwartet – am Rande eines kleinen Dorfes liegt.

Der Check-in ist stilvoll, mit Getränk und kleinen Leckereien und geht auch schnell. Wir sehen uns ein wenig um und dann legen wir uns an den Infinity Pool mit Talblick.

Den Sundowner nehmen wir an Dianas Viewpoint. Wirklich toll gemacht, eine kleine Stand-up-bar, Feuerschale und spektakulärer Blick. Lediglich 35,- Euro für ein Bier und einen Gin Tonic erscheinen für den Oman etwas übertrieben.

Das Abendessen ist Buffet und wird in keinem Fall dem 5 Sterne Status des Hotels gerecht. Ausnahme ist der Nachtisch, der exzellent ist.

Tag 4: Von Jabal al Akhbar nach Al Hamra. 05:50 Uhr, Sonnenaufgang. Das Hotel und die Berge werden in ein tolles weiches Licht getaucht.

Das Frühstücksbuffet ist deutlich besser und lässt kaum Wünsche offen. Gegen 12 Uhr checken wir aus und machen uns auf den Weg nach Birkat al Mawz.

In Birkat al Mawz machen wir einen Stopp und besuchen die verlassene Stadt. Irgendwie sieht es aus, wie nach einem Bombenangriff, aber es ist auch faszinierend zugleich, da es einfach hunderte Jahre alte Lehmhäuser sind, die langsam zerfallen. Für diesen Ausflug sollte man ca. eine Stunde extra planen und das Auto an der Hauptstrasse parken, da es dort mehr Platz gibt. Eine Beschilderung gibt es noch nicht.

Weiter nach Al Hamra. Eigentlich war der Plan eine Abkürzung zu nehmen, aber die haben wir irgendwie verpasst und so bekommen wir einen ersten Eindruck von Nizwa. Wir sind positiv überrascht von dieser schönen kleinen Stadt!

Von Al Hamra dann noch 9km in die Berge und hier benötigt man jetzt wirklich einen 4×4, da es eine Schotterstrecke mit Schlaglöchern und teilweise erheblicher Steigung ist. Oben angekommen ist der Name des Hotels „The View“ Programm. Der Ausblick ist atemberaubend. Weniger toll der Check-in, der eher einer Abfertigung gleicht und nicht sehr freundlich ist. Das Zimmer und der Blick ins Tal (wir haben die Nr. 27 und können außerdem die Nummern 26 bis 30 empfehlen, ist spektakulär. Wer sich für dieses Hotel entscheidet, der sollte es aus folgenden Gründen tun:

1) abenteuerliche Anfahrt (macht richtig Spaß),

2) der Infinity Pool,

3) der Blick ins Tal bei Tag und Nacht.

Alles andere ist Durchschnitt und rechtfertig nicht mal im Ansatz den viel zu hohen Preis. Auch beim Essen sollte man keine Sterneküche erwarten. Schmeckt, macht mehr als satt aber nichts für Instagram oder den Gaumen.

Die meisten Gäste bleiben 1 Nacht. Das Maximum würde ich bei 2 Nächten sehen, da der Weg zum und vom Hotel beschwerlich und lang ist und man deshalb die ganze Zeit im Hotel bleibt (Halbpension buchen!). Wer sich für 2 Tage entscheidet, der wird – wenn das Wetter mitspielt – am Pool eine sehr schöne und entspannte Zeit haben. Zu erwähnen ist auch, dass es nur ein sehr langsames Wifi gibt und dieses nur im Restaurant und der Rezeption funktioniert. Für ein Hotel dieser Preisklasse enttäuschend. Zu erwähnen bleibt noch, dass das Hotel den Check out bereits um 10 Uhr hat und es keinen Alkohol (wirklich nichts) im Hotel gibt. Ein Sundowner oder Wein/Bier zum Essen fällt damit aus. Das Hotel ist anscheinend trotz des hohen Preises nicht bereit, die dafür notwendige Konzession zu kaufen. Schade! Noch ein Tipp: die kostenlos angebotene VOSS Wasserflasche nicht über dem Bett öffnen. Kohlensäure und schütteln (vom Transport zum Zimmer) haben so ihre Gesetzmäßigkeiten!

FOTOTIPP:

Für jeden Fotografen ist der Besuch des Hotels „The View“ ein Muss für den Sonnenauf- und untergang, sowie den Infinity Pool. Am besten – hatten wir leider nicht – hat man eine Drohne dabei, dann wird es wirklich spektakulär (siehe YouTube Videos).

Tag 5: Von Al Hamra nach Nizwa. 05:30 Uhr. Langsam geht die Sonne auf und der Himmel und die Farben der Berge und Täler sind unglaublich schön.

Das Frühstück – wie schon das Abendessen – sind dem Hotelpreis nicht angemessen. Heute steht Jabal Shams auf dem Plan. Die Fahrzeit soll eine gute Stunde sein (ca 50km). Die ersten 40km gehen schnell, wenngleich es steil bergauf ins Gebirge geht. Dann folgen 10km, die es in sich haben. Schotterpiste und extrem steiler Anstieg. Wieder ist man froh einen 4×4 zu fahren. Man folgt immer der Beschilderung zum Jabal Shams Resort. Die Landschaft ist faszinierend. Am Resort angekommen fährt man noch ca 500m weiter zu einem Plateau und dann liegt er vor einem, der „Grand Canyon“ des Oman. Eine wirklich beeindruckende Schlucht. Die rumlaufenden Ziegen passen perfekt in die Szenerie, ebenso, dass es keinerlei Sicherung vor der mehrere hundert Meter abfallenden Steilwand gibt.

Wieder am Fuß des Berges sind wir froh, dass der Wagen noch „ganz“ ist, von der Schüttelei. Weiter geht es nach Nizwa, wo wir unsere nächste Übernachtung im Hotel Falaj Daris gebucht haben.

Den meisten Besuchern wird das doppelt so teure Grand Tulip empfohlen, was sicher luxuriöser ist. Aber es liegt eher in Berkat al Mawz, als in Nizwa und man muss deutlich weiter fahren (gut 10km extra). Das Falaj Daris liegt genau zwischen der Grand Mall und dem Fort Nizwa und damit perfekt. Es hat den Charme eines spanischen Hotels in den 80er Jahren, 2 Pools, nette Zimmer und sehr freundliches Personal.

Gegen Abend fahren wir zum Nizwa Souk. Für Touristen gibt es reservierte Parkplätze direkt vor dem Fort! Der Souk ist klein aber nett. Unbedingt den Lebensmittel Souk ansehen.

Auch gegen 19:30Uhr hat es noch immer knappe 32 Grad und wir entscheiden im Restaurant „Al Mandi Al Dhahabi“s zu essen. Wie bestellen ein paar „Kleinigkeiten“. Das Essen ist einfach köstlich, für nicht mal 13,- Euro für 2 Personen. Empfehlung „Chicken Nashef“ und das gegrillte Gemüse!

Tag 6: Nizwa. Als Erstes wollen wir uns die Ruinen von Tanuf ansehen. Das sind ca 30min Fahrt von Nizwa. Der Oman ist touristisch noch nicht so erschlossen und insofern sollte man nicht auf Hinweisschilder hoffen. Tanuf ist zwar ausgeschildert, aber die Ruinen nicht, also fahren wir einfach nach Gefühl auf die Berge zu. Und da kommen sie dann auch schon. So sah übrigens die „Karte“ des Hotels für die Sehenswürdigkeiten aus:

Das Thermometer zeigt 38 Grad.  Als nächstes wollen wir uns das Fort Bahla ansehen, welches wir nach einer guten halben Stunde Fahrt erreichen. Wir suchen den Eingang. Nachdem wir schon aufgeben wollen, sehen wir endlich den kleinen Eingang. Kein Schild, kein Hinweis, nichts. Der Eintritt kostet 2,50 Euro für 2 Personen. Das Fort ist riesig groß und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Nach 1,5h rauf und runter im Fort geht es dann zum letzten Highlight des Tages, nochmal eine alte Festung, Jabreen Castle. Diese erreichen wir nach weiteren 15min Fahrt. Sie liegt in einem von Palmen umgebenen Garten. 1 Euro Eintritt und kurze Hose und T-Shirt sind Ok.

Jabreen Castle stammt aus dem Jahr 1091.

FOTOTIPP:

Gegen 18 Uhr fahren wir für Nachtaufnahmen zu Sultan Qaboos Moschee in Nizwa. Eine wirklich grosse und beeindruckende Moschee, die unserer Meinung nach von aussen schöner ist, als die Grand Mosque in Muskat.

Tag 7: Von Nizwa nach Wahiba Sands. Früh morgens geht es Richtung Wahiba Sands, ca. 200km Fahrt. In Al Wasil – letzter Ort vor der Wüste – angekommen, lassen wir an der Tankstelle Luft aus unseren Reifen und fahren zum Desert Nights Camp über eine der heftigsten Pisten, die wir bisher überhaupt gefahren sind. Der Wagen vibriert und springt über die harte Piste. Die letzten 3 km sind dann super, da es eine reine Sandpiste wird. Das Desert Nights Camp liegt sehr schön zwischen 2 hohen Dünenkämmen. Nur 500m weiter liegt das „Oryx Camp“, wo man ein paar der letzten omanischen Oryx Antilopen im Gatter bestaunen kann.

Wir haben uns für die günstigeren Zimmer entschieden. Die Zimmer sind groß und die Badezimmer sind modern. Sie liegen direkt neben den deutlich teureren Zelten und das Erlebnis ist ähnlich, jedoch für den halben Preis. Wir haben uns direkt bei der Ankunft eine „Dune Bashing“ Tour gebucht. Auch das eine klare Empfehlung. Sie dauert nur 25min aber man bekommt einen Eindruck was ein guter SUV und ein fähiger Fahrer in der Wüste so an Spaß haben können.

Zum Sonnenuntergang werden wir dann auf eine der Dünen raufgefahren, wo es Softdrinks und Datteln gibt. Das Erlebnis, Barfuß über die anscheinend unberührte Dünenlandschaft zu laufen, ist unbeschreiblich (der Wind eliminiert jede Nacht alle Spuren des Vortages).

FOTOTIPP:

Für Fotografen eine absolute Traumkulisse, da man genügend Platz hat, um nicht ständig andere Touristen im Bild zu haben. Wir haben ca 1 Stunde dort verbracht, bis die Sandwinde zu stark wurden.

Definitiv eine Plastiktüte mitnehmen, um das Equipment vor Sand schützen zu können und am Besten mit Festbrennweite fotografieren, da der feine Sand schnell in die Zwischenräume der ausfahrbaren Zoomobjektive gerät und diese ggfs kaputt macht. Ausserdem ist ein Polfilter und ein Graufverlaufsfilter hilfreich, da selbst bei untergehender Sonne, das Gegenlicht sehr grell ist.
Wir haben nach den abendlich einsetzenden Sandwinden noch am späten Abend das Gefühl gehabt überall Sand zu haben, trotz Dusche. Das folgende Bild gibt eine „Idee“, wie heftig die Winde sein können.

Das Abendessen im Desert Nights Camp war das beste auf der Tour und bei weitem besser als im Anantara oder The View.

Tag 8: Von Wahiba Sands nach Muscat/Al Bustan (über Wadi Bani Khalid, Sur und Wadi Shab). Um 05:45 Uhr ist der Himmel in leuchtendes Rot getaucht. Überall im Camp sieht man Spuren der Wüstenfüchse. Die Stille ist beeindruckend. Beim Frühstück stimmen Service und Qualität. Heute haben wir noch einmal ein straffes Programm. Wir wollen ins Wadi Bani Khalid, über Sur weiter ins Wadi Shab und dann am Abend das Hotel Al Bustan erreichen, insgesamt knapp 300km Strecke. Auf dem Rückweg nach al Wasil, wo wir die Reifen wieder aufpumpen müssen, sehen wir eine Herde wilder Kamele. Die sind so neugierig, dass sie bis zu uns ans Auto kommen und wir sie mit Apfelstücken füttern können.

Bis nach Wadi Bani Khalid sind es gut 40min aber von dort muss man noch einmal 8km in die Berge und der Beschilderung „Pools“ folgen. Am Ende liegt dort ein kleines Paradies. Vom Parkplatz läuft man etwa 5min. In den vorderen Becken wird darum gebeten, sich an die Kleiderordnung zu halten. Es gibt ein Restaurant und Toiletten zum umziehen! Wenn man weiter zu den hinteren Natursteinbecken läuft, dürfen Frauen sogar im Bikini schwimmen.

Es ist ein tolles Erlebnis durch die natürlichen Felskanäle zu schwimmen. Als wir uns gegen 11:30Uhr auf den Rückweg machen, laufen uns Heerscharen von Touristen entgegen. Also früh da sein, wer das vermeiden will.

Über Sur (gute 1,5h enfernt) geht es weiter Richtung Muskat und eine weitere Stunde später erreichen wir das Wadi Shab, welches von der Autobahn 17 gut ausgeschildert ist. Es ist nur eine kurze Abfahrt und der Parkplatz ist direkt unter der Autobahnbrücke, über die man gekommen ist.

Parken ist kostenlos, aber für das „Übersetzen“ per Boot, über den Fluss (gefühlt 50m), wird 1,- OMR pro Person verlangt, was für den Oman teuer ist. Auf der anderen Seite angekommen erwarten einen gut 40min Fußmarsch (gutes Schuhwerk, z.B. Turnschuhe/Sneaker angeraten) bis zu den ersten Natur-Pools. Ohne es zu wissen, war es richtig am Nachmittag zu gehen, wie uns einer der Guides später erklärt, da es noch immer 37 Grad und Sonne im Canyon hat und wir sind sehr froh 2 Flaschen Wasser mitgenommen zu haben.

An den Pools angekommen schwimmen wir und ruhen ein wenig aus. Das letzte Boot zurück geht um 18 Uhr. Der Rückweg ist schon um einiges angenehmer, da der Canyon jetzt im Schatten liegt. Weiter geht es Richtung Al Bustan. Wir planen noch am Bimmah Sinkhole zu halten. Leider verpassen wir die Ausfahrt (es gibt keine Beschilderung) und entscheiden dann durchzufahren. Nach gut 2 Stunden Fahrt kommen wir endlich am Hotel oder besser gesagt Palast an. Das Al Bustan Palace gehört zur Ritz Gruppe und war früher ein Palast des Sultan, dem immer noch die 9. Etage exklusiv gehört. So wie man sich einen Palast vorstellt, so sieht das Hotel auch aus. Schon die Empfangshalle ist beeindruckend.

Die Zimmer sind traumhaft schön und an dem Hotel stimmt einfach alles. Im Strandrestaurant des Hotels, wo wir eine Kleinigkeit essen, lassen wir den Abend ausklingen.

Tag 9: Muscat. Frühstück gibt es bis 11 Uhr(!) Es ist ein wahnsinnig reichhaltiges Buffett, top Qualität. Danach ruhen wir uns am Pool/Strand von den ereignisreichen letzten Tagen aus.

Am Abend fahren wir nach Matrah. Wir essen im Royal House, direkt an der Uferstraße, welches ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis hat und sehr nett gemacht ist.
Danach schlendern wir durch den Souk. Hier müssen schon häufiger Touristen gewesen sein, denn die Händler stürzen sich auf einen, wie die Geier aufs Aas. Aber wenn man dankend ablehnt ist es auch wieder OK (bzw. gut, dass man die Sprache nicht versteht). Danach stehen noch ein paar Nachtaufnahmen an.

Tag 10: Muscat. Bewölkter Himmel (?), es sieht nach Regen aus, aber es sind 34 Grad. Wir sind früh auf, da wir in die Sultan Qabos Moschee wollen und das geht für Touristen nur zwischen 8 und 11 Uhr morgens. Die Moschee ist beeindruckend gross, ebenso der Andrang. Aber der Gebetssaal der Männer (ja Frauen und Männer beten getrennt!) hat über 5000qm, also Platz genug, auch für den berühmten und riesigen Swarowski Kronleuchter. Die Moschee ist erst wenige Jahre alt und dementsprechend mordern. Die Kleiderordnung wird hier – besonders bei Frauen – sehr streng genommmen.

Den Rest des Tages verbringen wir am Pool. Ich schieße noch ein paar Bilder von den Vögeln im Garten (wer sagt, es gäbe hier kein Widlife?). Glanzkrähen gibt es zahlreich und auch verschiedene seltene Vögel, wie z.B. den „Red Wattled Lapwing“.

Gegen 18 Uhr fängt es an zu regnen. Als wir uns das Auto holen lassen, um in die Stadt zu fahren, ernten wir entsetzte Blicke. Als wir losfahren verstehen wir warum. Schon nach den ersten 500m müssen wir die erste Wassersenke mit gut 30cm tiefe durchqueren. Dann geht es weiter Richtung Stadt. An einer Kreuzung haben wir das Gefühl in einem reißenden Fluss zu stehen und sind froh über unseren 4×4 SUV. Wir drehen um und fahren zurück, was sich eher nach Bootsfahrt anfühlt. Der Abendhimmel wird von Blitzen im Sekundentakt durchzogen und die Omanis erzählen uns, dass sie sowas auch noch nie erlebt haben. 

Tag 11: Von Muscat nach Dubai. Es regnet noch immer wolkenbruchartig bei 29 Grad. Mittags klart es plötzlich auf. Blauer Himmel, knallige Sonne, schönstes Poolwetter. Das Hotel gibt uns einen Late Checkout bis 18 Uhr (einfach top!) und so können wir den gesamten Nachmittag noch im Hotel geniessen.
Wir fahren zur Muscat Grand Mall, die groß, aber eher enttäuschend ist. Die Idee den Wagen, auf dem Weg zum Flughafen, noch vollzutanken wird zu einer kleinen Odysee, da unser GPS sich immer wieder neue Wege ausdenkt. Direkt am Flughafen gbit es keine Tankstelle! Am Ende klappt dann alles, wir geben den Wagen ab und gehen in die Lounge. Diese gehört zu den größten und schönsten Lounges, die wir an Airports bisher gesehen haben.

Mit 30min Verspätung hebt unser Flieger nach Dubai ab, wo wir gegen 1:15 Uhr morgens landen. 45 min später sind wir im Hotel Sheraton Emirates Mall.

Tag 12: Von Dubai über Frankfurt nach München. Das Hotel hat einen direkten Mall Zugang, was sehr praktisch ist, wenn man shoppen möchte. Am Nachmittag gehen wir an den Pool und irgendwie ist der Tag nur so verflogen. Als es dunkel wird, schnappe ich mir noch ein letztes Mal die Kamera, für ein paar Aufnahmen vom Burj Khalifa.

Fazit: Der Oman ist ein touristisch noch unverdorbenes Land, zumindest was den nördlichen Teil angeht. Wenn nicht gerade die großen Kreuzfahrtschiffe in Matrah anlegen und tausende von Touristen die Stadt spülen, ist es erstaunlich ruhig.
Die Reiseroute der wenigen Touristen ist in der Regel immer dieselbe. Die Frage ist, „gegen oder mit dem Uhrzeigersinn“  fahren? Bzgl. fahren, also Autofahren, sollte man wissen, dass es meines Wissens kein anderes Land mit einer so hohen Dichte an Radarfallen gibt und deshalb gilt aufpassen und am besten ein Auto mit Tempomat nehmen. Anfangs waren wir auch unsicher wegen des GPS, da es recht teuer ist, dieses zu mieten. Im Nachhinein, auch wenn es seine Aussetzer hatte, war es absolut richtig, da einige Strecken keine ausreichende Beschilderung (oder andere Schreibweisen) haben und man sich dadurch einfach sicherer fühlt!
Was die Menschen angeht, haben wir selten ein gastfreundlicheres Land erlebt. Die Omanis sind hilfsbereit, freundlich und das Land ist sehr sicher. Sollte der Tourismus zunehmen, wie z.B. In Muskat, wird das sicher in Zukunft nicht so bleiben. Aber auf den Routen abseits der großen Reiseveranstalter, erlebt man den ursprünglichen Oman und der ist einfach ein Erlebnis. Wir werden definitiv irgendwann noch einmal zurückkommen, um den südlichen Teil zu erkunden.

Welche Fotoausrüstung für den Oman?

Der neue Lowepro Pro Runner Trolley ist wirklich ein toller „Kameratrolley“, so lange man nicht vor hat seine grossen Teleobjektive mitzunehmen. Hierfür hat Lowepro leider nicht gut mitgedacht, was die Flexibilität der Innenaufteilung angeht. Auch die Unterbringung einer Profi DSLR mit mehr als 11cm Höhe und angesetzem Objektiv ist nahezu unmöglich, aufgrund des innen liegenden Gestänges. Das ist sehr schade, da der Trolley ansonsten ein wirklich super Teil ist, mit vielen Staumöglichkeiten und gutem Konzept. Eine deutlich bessere und nicht wesentlich teurere Alternative ist der Tenba Roadie Roller, den es in verschiedenen Größen und Ausführungen gibt. Der „21er“ ist nahezu perfekt, wenn man größtmögliche Flexibilität haben will und die Möglichkeit diesen im Flieger an Bord zu nehmen. Ich habe den Tenba direkt nach der Oman Tour bestellt und der erste Eindruck ist extrem positiv. Den Lowepro finde ich für kleinere Ausrüstungen auch absolut top.