Reisebericht Mauritius und Südafrika (Okt 2018)

Wie könnte eine 15 Tage Fotoreise nach Mauritius und Südafrika aussehen?

Unser Reisebericht Mauritius und Südafrika faßt unsere 15 Tage Fotoreise (8 Tage Mauritius und 7 Tage Südafrika) zusammen. Dabei haben wir folgende Route gewählt:

1.Tag: München -> Paris -> Zürich -> Johannesburg

2.Tag: Johannesburg -> Mauritius (The St.Regis Mauritius Resort)

3.-8.Tag: The St.Regis Mauritius Resort

9.Tag: Mauritius -> Johannesburg (Protea by Marriott O.R. Tambo)

10.Tag: Johannesburg -> Hoedspruit -> Timbavati (Makanyi Safari Lodge)

11.-14.Tag: Makanyi Safari Lodge

15.Tag: Timbavati -> Hoedspruit -> Johannesburg -> Zürich -> Paris -> München

Organisiert und gebucht wurde die Reise über: AST-Reisen

Wo liegt Mauritius? Südafrika?

Woran man bei einer Mauritius und Südafrika Reise unbedingt denken sollte:

Landeswährungen: Mauritius = „Mauritius-Rupie“, aber US-Dollar werden überall akzeptiert. Möglichst kleine USD Scheine mitnehmen für Trinkgeld, welches in USD erwartet wird. Johannesburg = ZAR (Südafrikanischer Rand), aber auch hier werden USD in den Lodges gern genommen. Ansonsten funktioniert Kreditkartenzahlung überall problemlos.

Impfungen: Aus Deutschland kommend sind keine Impfungen – auch Gelbfieber nicht – vorgeschrieben. Es empfehlen sich jedoch die Standardimpfungen, siehe Vorschläge auswärtiges Amt. Malariaprophylaxe gilt nur für Südafrika, hier muss jeder für sich abwägen, ob oder ob nicht.

Gepäck: Wenn man in Afrika mit dem Kleinflugzeug reist, dann sollte man auf „weiches“ Gepäck (z.B. Sporttaschen), die Gewichtsbeschränkung und Kabinengepäckmasse achten. Das Fotoequipment sollte definitiv an Bord mitgenommen werden. Zur Info, für alle LH Statuskarteninhaber, Air Mauritius gehört nicht zur Star Alliance und selbst wenn es ein Codeshare mit South African und ein über SA gebuchtes Ticket ist, gelten die Statuskundenprivilegien nicht (!)

Hilfreich: Ein kleines Taschenmesser sowie eine starke Taschenlampe mit Ersatzbatterien sind oft sehr nützlich. Die Handytaschenlampe tut es zur Not auch, leuchtet aber oft nicht weit genug.

Bekleidung: Was müssen wir mitnehmen? Diesmal eine nicht ganz unwichtige Frage, da Mauritius (Badeurlaub) völlig anders sein wird, als Südafrika (Safari).

Wir haben uns diesmal bei angesagten 37 Grad tagsüber für etwas weniger warme Sachen entschieden. Für Mauritius ein Mix aus Badesachen, Shorts und T-Shirts. Letztendlich hat alles wunderbar in die schon von der letzten Tour bekannten Nike Sporttaschen gepasst. Gewicht: 15kg (je Tasche).

In den Lodges in Afrika kann man seine Kleidung in der Regel kostenlos oder gegen geringen Aufpreis waschen lassen. Das spart eine Menge Gepäck.

Detaillierter Reisebericht Mauritius und Südafrika

1.Tag: Wie schon beim letzten Mal Ist unsere Flugroute München-Paris-Zürich-Johannesburg und diesmal wollten wir sicherstellen, dass unser Gepäck das auch so sieht. Von meinem Fensterplatz im Flieger nach Zürich konnte ich die Gepäckverladung direkt beobachten und endlich, auf dem dritten Wagen, kamen auch unsere Taschen. Um 22:25Uhr startet das Boarding Zürich nach Johannesburg.

2.Tag: In Johannesburg mussten wir erstmal unser Gepäck holen und die Immigration hinter uns bringen, nur um es dann direkt wieder einzuchecken und aus Südafrika offiziell wieder auszureisen. Logisch, oder ? Nur etwas anstrengend. 4h später ging es dann mit Air Mauritius weiter nach Mauritius.

Air Mauritius erkennt Star Alliance Status bei Code Share nicht an

Den Vielfliegern sei an dieser Stelle verraten, dass es Air Mauritius genau gar nicht interessiert, dass man das Ticket als Code Share bei South African gekauft hat und sämtliche Star Alliance Benefits (z.B. der Zugang zu Lounge) einfach ignoriert werden und es auch keine Miles&More Meilen gibt.

Viele werden sagen „Luxusproblem“. Aber als Fotograf mit Handgepäck sieht man das schnell anders.

Air Mauritius wiegt das Handgepäck tatsächlich

Es hat uns sehr geärgert zumal wir für den Fotorucksack als Handgepäck nachzahlen sollten, was nur durch kurzzeitiges „Umpacken“ in die Handtasche meiner Frau  vermieden werden konnten (Achtung, die wiegen tatsächlich die 8 Kilo, was bei einem Fotorucksack schnell ein Problem ist).

Der Flug nach Mauritius dauert 4h. Die Einreise dauert leider auch hier fast 45min und da das Gepäckband neue Koffer nur ausgibt, wenn Platz auf dem Band ist, hat auch das nochmal 30min gedauert.

Den Hoteltransfer unbedingt vorher buchen

Unser Fahrer hat glücklicherweise schon gewartet und wird sind letztendlich um 22:20Uhr doch etwas müde (insgesamt mehr als 24h Gesamtreisezeit) im Hotel angekommen.

Den Transfer unbedingt vorab buchen. Es gibt kaum Taxis auf der Insel und öffentliche Verkehrsmittel sind jetzt nicht so der Hit.

Das St.Regis Le Morne

Abendessen gab es so spät im Hotel zwar nicht mehr, aber man hat uns eine kalte Platte aufs Zimmer gestellt. Top Service und sicher einer der Gründe sich für das St.Regis Le Morne zu entscheiden, abgesehen von einem Zimmer – Upgrade in eine Suite. Besser konnte der Tag nicht enden.

3.Tag: Wir haben die Vorhänge im Zimmer mit Absicht nicht zugezogen und so werden wir um 07:00Uhr vom ersten Tageslicht geweckt.

Direkter Meerblick, welches nur etwa 15m von unserem Balkon entfernt ist. Das Meer ist spiegelglatt und es ist noch niemand auf den Beinen.

Le Morne - Traumstrand und kristallblaues Meer

Der menschenleere Sandstrand und ein paar Vögel, sonst nichts. Wir genießen eine Tasse Kaffee auf dem Balkon. Danach geht es zum Frühstück, welches in einem Pavillon direkt am Meer stattfindet.

Den Rest des Tages verbringen mit Faulenzen am Strand / Pool. Bei einem Kaffee auf dem Balkon kamen noch ein paar gefiederte Freunde vorbei (gut, der Rosinenmuffin hat sicher auch geholfen) und so entstehen mit dem 300er Tele noch ein paar schöne Bilder.

Grundsätzlich merkt man beim Nikon 70-300mm aber, dass es optisch nicht mehr mit anderen, neueren Tele-Zooms mithalten kann, weshalb es nach der Reise verkauft wird.

Am Abend gehen wir dann zum Sundowner an der Strand, wo wir einen wirklich spektakulären Sonnenuntergang erleben, der uns auch sehr schnell die 25,- Euro für ein Bier und einen Wein (Glas, nicht Flasche!) vergessen lässt.

4.Tag: Vom Balkon aus, geniessen wir die Ruhe am Strand. Keine Wolke am Himmel und schon jetzt sehr warm. Wir unternehmen einen Strandspaziergang am schier endlosen weißen Sandstrand und lernen schnell, dass Badeschuhe von Vorteil wären.

Der Strand Le Morne ist sicher einer der schönsten der Insel, da er aber wie fast alle Sandstrände aus zerfallenen Korallen und Muscheln entstanden ist, ist er nicht so weich, wie man denken mag und es gibt noch viele Muschel- und Korallenstücke, die noch auf den Zerfall „warten“ und scharfkantig sind. Auch Seeigel findet man am Strand, im Sand und im Wasser.

Gegen 17:30Uhr finden wir uns an schon gewohnter Stelle (Strandbar) zum Sundowner ein. Während wir den Sonnenuntergang genießen, surren gleichzeitig 3 Drohnen über unseren Köpfen und in ungefähr 200m Entfernung vom Strand treiben Buckelwale ihr Unwesen. Man kann sehen wie sie mit den Schwanzflossen auf das Wasser klatschen. Ein schöner und ruhiger Tag geht zu Ende und das sehen auch die Moskitos so und fangen an sich an uns heranzumachen (Tipp: Mückenschutz nicht vergessen!).

Lohnt sich die Inselrundfahrt?

5.Tag: Inselrundfahrt mit Guide. Das Meer ist aufgewühlt, am Riff brechen bis 5m hohe Wellen und es sieht nach Tropenregen aus. Als erstes fahren wir auf einen erloschenen Vulkankrater auf ca 600m Höhe. Dort angekommen merkt man schnell, dass man auf einer „Touritour“ ist.

Als nächstes geht es in einen Tax Free Shop für Kleidung und dann weiter in eine Miniaturboot Manufaktur. Beides auch so Touri Dinger, aber in der Manufaktur konnte man zuschauen, wie die Boote hergestellt werden. Weiter geht es zu den indischen Tempeln. Diese sind auch ganz anders als erwartet. Eher kitschig bunt und modern. Alles sieht irgendwie nach Plastik aus.

Unser Guide Devendra – selber Inder – versichert uns, dass alles „echt“ ist und einmal im Jahr über eine halbe Million Pilger dorthin kommen. Leider regnet es leicht (wir sind sprichwörtlich im Regenwald) und so kann man es nicht so richtig geniessen.

Als nächstes steht eigentlich unser Tageshighlight an. Ziplining auf der 1,5km langen Strecke. Aber es regnet in Strömen und Nebel steigt auf, so dass wir das ausfallen lassen und dafür „echt“ Mauritian Style Essen gehen.

Auf dem Weg sehen wir noch einen Affen, der sich strategisch günstig an der Tempelstrasse platziert hat und sich sein Essen praktisch von den Pilgern holt.

Das Restaurant, welches unser Guide empfiehlt, ist auch eher ein Touri Laden, wenn wir uns die doch sehr deutschen Preise ansehen. Aber lecker ist es und der Regen hat auch aufgehört.

Wir fahren weiter zu den Seven Colored Hills. Auf dem Weg dorthin besuchen wir noch die höchsten Wasserfälle der Insel. Eigentlich nichts spektakuläres, bis ich mich frage „was da so fliegt“. Es sah aus wie Vögel, aber irgendwie zu gross. Des Rätsels Lösung: Flughunde.

FOTOTIPP:

Und das war jetzt wieder so ein Moment, an dem ich mich geärgert habe, dass das grosse Tele im Hotelzimmer lag und ich nur das optisch etwas schwache Nikon 70-300mm dabei hatte. Sollte also jemand zu den Seven Colored Hills fahren und Flughunde fotografieren wollen, dann auf alle Fälle was größeres einpacken.

Bei den Seven Colored Hills handelt es sich um vulkanische Erde, die im Sonnenschein der Nachmittagssonne in allen Farben leuchtet.

Die Riesenschildkröten sind eher enttäuschend

Noch ein Hinweis, die an dne Seven Colored Hills angepriesenen Riesenschildkröten, auf die ich mich fotografisch gefreut hatte, sind eher ein Reinfall, da sie in einem mini Freilaufgehege sind – wie im Zoo – und man nicht wirklich nah ran kommt.

Alle Creolen stammen von Sklaven ab

Am Ende war  es doch ein schöner Tag und zumindest Dank unseres Guides haben wir viel über die Insel und ihre Geschichte gelernt. Unter anderem, dass die Insel erst seit gut 400 Jahren bewohnt ist und die „Ureinwohner“ (Creolen) alle samt von Sklaven abstammen, die ursprünglich von den Holländern und Franzosen auf die Insel verschleppt wurden.

6.Tag: Ein super schöner Sonnenmorgen und wir nehmen den uns schon lieb gewonnen Kaffee auf unserem „2ten Bett“ auf dem Balkon. Die Minas und Bul Buls warten schon auf ihr Frühstück und wir genießen die klare Morgenluft. Es ist schon ein kleines Paradies hier. Absolute Ruhe und ein Traumblick.

Den Rest des Tages verbringen wir bis zum Sonnenuntergang mit Faulenzen, ein wenig Sport und dem traumhaften Blick auf das Meer. Zum Sonnenuntergang gehen wir wieder zur Strandbar.

Wenn man sich für Le Morne entscheidet – definitiv Vollpension buchen, da es in der Nähe der Hotels keine Restaurants oder ähnliches gibt und auch Taxis zur nächsten, doch nicht gerade nah gelegenen Ortschaft, eher Mangelware sind.

Diejenigen, die einen höheren Status bei Marriott oder eine Suite gebucht haben, können sich zudem morgens über das Frühstück a la carte im Boathouse freuen, direkt am Strand mit Blick auf das Meer und einer Ruhe, die traumhaft ist.

7.Tag: Nach dem Frühstück laufen wir aus Interesse zum Nachbarhotel, dem Lux Le Morne.

Ebenfalls eine sehr gepflegte und schöne Anlage. Die Pools sind der Hammer und die Anlage ist top. Auch der Sand am Strand ist etwas feinsandiger.

Allerdings gefallen uns die Zimmer – zumindest das, was man von außen sieht, nicht so gut, da alles sehr dunkel ist und diese nicht direkt am Meer liegen, wie beim St.Regis.

Wir würden empfehlen auf die Walbeobachtung zu verzichten

8.Tag: Auf dem Meer sehen wir die Walbeobachtungsboote. Zu zwölft sind sie hinter den Buckelwalen her. Für mich grenzt das schon eher an Tierquälerei, da es anders als in anderen Ländern keinen „Schutzabstand“ zu den Tieren zu geben scheint und die kleinen hochmotorisiereten Boote hinter den Walen herjagen.

All das lies sich mit dem Fernglas sehr schön beobachten und wir sind froh eine solche Tour nicht gebucht zu haben.

Faulenzen muss auch mal sein

Man mag es kaum glauben, aber „abhängen“ im Paradies kann sehr erfüllend sein und irgendwie fliegt die Zeit nur so dahin. Pendeln zwischen Pool, Liege und Strand, Mittagessen mit Meerblick, Liege, Pool und Zack ist es 17:00Uhr und Zeit sich für den Sundowner fertig zu machen.

Am letzten Abend gibt es ein herrliches Fischbuffet mit fangfrischen Fischen, Austern, Sashimi uvm. Traumhaft lecker und natürlich essen wir wieder mehr als wir sollten.

Aus dem Paradies vertrieben - Abreise von Mauritius

9.Tag: Der Himmel ist blau als wir aufstehen, aber es ist deutlich schwüler, als an den Tagen zuvor und langsam bedeckt sich auch der Himmel mit Wolken. Ein paar Stunden haben wir noch, bevor wir aus dem Paradies vertrieben werden.

Unsere St.Regis „Grand Suite“ – an dieser Stelle nochmals Dank an das Hotel – war der pure Luxus und ein absoluter Traum auf 175qm mit direktem Meerblick. Hier will man einfach nicht mehr weg. Das Hotel verdient jeden einzelnen seiner Sterne und es gab absolut nichts zu bemängeln. Dieses Hotel hat es ganz klar an die Spitze aller bisher von uns besuchten Hotels geschafft.

Immer Diskussion um das Handgepäck

Der Transfer zum Airport zeigt noch einmal die Schönheit von Mauritius. Der Check-in geht wieder mit dem schon bekannten Diskussionspunkt „Handgepäcksgewicht“ einher (max 8kg) und so muss das Kameraequipment wieder auf 2 Personen aufgeteilt werden.

Übernachten am Flughafen Johannesburg

Der Rückflug von 4,5h geht schnell vorbei und Immigration und Gepäckabholung in Johannesburg funktionieren diesmal in Rekordzeit. Die Nacht verbringen wir im Protea OR Tambo Hotel, nur gut 1,5km von Flughafen entfernt. Absolut OK für eine Nacht, aber man merkt, dass man aus dem Paradies vertrieben wurde, wenn man am nächsten Morgen aus dem Fenster schaut.

Besser für die 1 Nacht wäre noch die Protea Airport Lodge gewesen, da hätte man vom Flughafen zu Fuß gehen können.

10.Tag: Wir nutzen den Hotelschuttle zum Flughafen. Am Flughafen wieder Diskussion zum Handgepäck. Langsam sind wir etwas genervt, aber am Ende alles gut.

Der Flug nach Hoedspruit dauert nur 35min, der Flughafen ist schnuckelig klein und das Gepäck wird von einem Traktor mit Anhänger geliefert.

Makanyi - Ein Traum im Timbavati Reserve

Draußen warten schon alle Transfers zu den Lodges und auch wir sind gegen 15:30Uhr endlich in unserer Makanyi Guest Lodge angekommen. Ein Traum, den wir bei Ankunft kaum genießen können.

Kurz die Formalitäten klären, dann umziehen und schon geht es auf den ersten Game Drive.

Es ist kühler als erwartet, aber eine tolle Fahrt in einem tollen Reservat.

Das Highlight ist nach Sonnenuntergang ein Leopard mit Beute, der von 2 Hyänen einen Baum raufgescheucht wird. Spektakulär! 

Zurück in der Lodge gibt es ein fantastisches Abendessen auf der Veranda und dann fallen wir müde ins Bett. Hinweis: wir hatten mit deutlich mehr Mücken zu dieser Jahreszeit gerechnet, aber es gab so gut wie keine und die wenigen liessen sich durch Anti Brumm / Autan gut abhalten.

Erster Game Drive in Makanyi

11.Tag: Wie für Safaricamps üblich erfolgt das Wecken sehr früh um 05:30Uhr. Gegen 06:00Uhr geht es auf den ersten Gamedrive. Der Himmel ist bedeckt und es regnet leicht, als wir zu den Autos gehen. Damit haben wir irgendwie überhaupt nicht gerechnet, da es 2 Tage zuvor laut Wetter App noch 37 Grad hatte.

Während der Fahrt hört der Regen auf und wir sehen unser erstes Spitzmaulnashorn (Black Rhino), sehr selten und ein guter Start in den Tag. Bei einer Kaffeepause haben wir eine sehr schöne Begegnung mit einem Elefanten. Wir waren gerade alle aus dem Safariwagen raus und tranken Kaffee, als dieses nicht gerade kleine Exemplar sich durch die Büsche genähert hat. Das ist schon was anderes, wenn man nicht im Auto ist.

Gegen 09:00Uhr sind wir wieder zurück in der Makanyi Guest Lodge, die wir jetzt erstmalig bei Tageslicht sehen. Wunderschön. Die Wolken reißen auf und der azurblaue Hinmel kommt zum Vorschein.

Nach dem Frühstück setze ich mich auf die Veranda unseres Hauses und genieße den Blick auf die vorbeiziehenden Tiere (Impalas, Kudus, Giraffen, Warthogs, Zebras, Gnus, um nur einige zu nennen). Um 13:00Uhr geht es dann mit Mittagessen weiter. Verhungern kann man hier definitiv nicht.

Nikon 200-400mm f/4 VR II vs Nikon 200-500mm F/5.6 vs Tamron 150-600mm G1

Kurz vor 16:00Uhr starten wir zum Gamedrive am Nachmittag. Wir haben uns 2 Objektive ausgeliehen. Das Nikon 200-400 f/4 VR II und das Nikon 200-500 f/5.6. Mich hat der Vergleich zu meinem Tamron 150-600 G1 interessiert. Dabei ging es mir nicht um die professionellen Vergleiche, davon findet man im Netz genug, sondern um das tatsächliche Handling und wie sie sich im Vergleich zu meinem Tamron schlagen.

FOTOTIPP:

Nikon 200-400mm f/4 VR II

Das Nikon 200-400 VR II ist ein echtes Schwergewicht (über 3kg) und man schleppt da einiges rum. Den ganzen Tag damit rumlaufen, keine Chance. Aber im Safariwagen eine ganz andere Nummer und demjenigen, der das nötige Kleingeld hat zu 100% zu empfehlen. Schneller Fokus, super scharf, toller Kontrast, passt alles und gebaut wie ein Panzer. Ich hatte noch nie so viel Spass mit einem Objektiv.

Nikon 200-500mm f/5.6

Das Nikon 200-500 f/5.6ist ebenfalls gut, aber halt eine andere Liga, nicht nur preislich. Gleichzeitig ist es bis auf die Zoom-Range dem Tamron 150-600 G1 ebenbürtig. Ordentliche Qualität, aber nichts für die Ewigkeit (muss ja auch nicht). Deutlich leichter als das 200-400 (knapp über 2kg, das ist schon eher was für den ganzen Tag) und ebenfalls mit schnellem, präzisen Fokus.

Tamron 150-600mm G1 vs Nikon 200-500mm f/5.6

Beim Tamron 150-600 G1 sitzt der Fokusring nicht am Ende des Objektivs (wie beim Nikon 200-500mm), wo man beim Freihandfotografieren gern festhält. Dadurch ist das Risiko, den Fokus zu verstellen, geringer. Ausserdem ist der Zoomweg des Tamron deutlich kürzer und es ist leichter und preislich günstiger. Deshalb gibt es für mich derzeit keinen wirklichen Grund zum Nikon 200-500mm f/5.6 zu wechslen. Nikon und Tamron nehmen sich hier wirklich nichts in dieser Preisklasse.

Objektive in Afrika ausleihen

Wir haben unsere Nikon Tele-Objektive bei Africa Photographic Services in Südafrika geliehen. Die Anlieferung zur Lodge und Abrechnung per Kreditkarte waren top. Gern immer wieder. Erstklassiger Service.

Kakao-Amarula-Kaffe - es gibt nichts besseres!

12.-14.Tag: Die Safaritage laufen grundsätzlich alle nach dem gleichen Schema ab. 05:30Uhr wecken, 06:00Uhr der erste Game Drive, mit Frühstückskaffee. Hier sei der von unserem Ranger Nico erfundene Kakao-Amarula-Kaffee als Highlight genannt. Dann um 09:30Uhr Frühstück, 13:00Uhr Mittag, 15:30Uhr High Tea und um 16:00Uhr Abfahrt zum abendlichen Gamedrive.

Rückkehr dann gegen 19:00Uhr (je nachdem was man gerade so entdeckt hat) und dann direkt an die Bar für den Austausch des Tages mit den anderen Gästen. Bei guten Lodges wird das Menü vom „Chef(koch)“ persönlich vorgestellt, inklusive Weinempfehlung (bei Makanyi ein Highlight) und nach dem Essen geht es meist direkt ins Bett.

Der Ablauf ist grundsätzlich individuell für jede Lodge, aber eigentlich unterscheidet es sich nur von den Zeiten und ob es Zwischenmahlzeiten gibt, was bei guten Lodges öfter der Fall ist.

Die Zeit zwischen den Game Drives hat man für sich zur Verfügung, kann Sport machen, Schlafen, Relaxen oder was auch immer. Als Fotograf nutzt man die Zeit natürlich auch, um Bilder rund um die Lodge zu machen, denn auch hier gibt es eine „Tierwelt“.

FOTOTIPP:

An dieser Stelle komme ich noch einmal auf die Objektive zurück. Während des Tages und mit genug Licht sind die Ergebnisse des Tamrons gegenüber dem Nikon 200-400 nur geringfügig schlechter. Die meisten Hobbygotografen würden den Unterschied nicht wirklich merken, da diese sich erst beim „crop“ und in Dingen wie Kontrast zeigen.

Königin der Dämmerung - Das Nikon 200-400mm f/4 VRII

Ganz anders dagegen bei schlechteren Lichtverhältnissen, vor allem früh am Morgen oder in der Abenddämmerung, welches auf Safaris meist genau die Zeiten der Tierbeobachtung sind. Hier spielt das Nikon 200-400 VR II mit seiner Blende f4 ganz klar seine wahre Stärke aus. Durch die monströse Frontlinse kommt soviel Licht, dass der AF immer trifft, selbst, wenn man das Gefühl hat, es wäre schon dunkel. ISO muss selten höher als 3200, wo man beim Tamron eher schon bei 4000-5000 ist (klar, es ist auch eine Blende f6,3 bei 400+mm).

Plötzlich ist man fotografisch behindert

Ich muss sagen, als ich das Objektiv nach 2 Tagen wieder abgeben musste und zurück auf das Tamron 150-600 gewechselt habe, fühlte es sich schon wie eine „Amputation“ an. Vor allem als wir abends ein Löwenrudel beobachtet hatten und ich einige schöne Shots verpasst habe, da ich noch mit den ISO Einstellungen des Nikon 200-400 VR II unterwegs war. Zudem hatte ich beim ersten „durchschauen“ plötzlich das Gefühl die Schutzkappe wäre noch auf dem Objektiv, so viel dunkler war es.

Man möchte die "Dicke Berta" (Nikon 200-400mm f/4 VR II nicht mehr missen

Der Wunsch sich die „Dicke Berta“, wie wir das Nikon 200-400 VR II liebevoll genannt haben, zu besitzen ist leider geweckt. Ausleihen würde ich es für Safari definitiv immer wieder. An dieser Stelle aber auch noch ein weiterer Tipp. Für das Timbavati Reserve sind 400mm locker ausreichend, da es nur wenige Situationen gibt, wo man diese Reichweite voll nutzt, außer man ist „Birder“.

Vor der Reise überlegen auf welche Tiere man den Fokus legt und die Brennweite danach aussuchen

Für die meisten Private Game Reserves (z.B. auch Sabi Sabi, Madikwe oder Marataba) reichen 400mm aus, da in diesen „Offroad“ gefahren werden darf und man sehr nah an alle Tiere rankommt. Aus diesem Grund sollte man sich vor der Safari gut überlegen in was für einem Gebiet man unterwegs sein wird und seine Objektive sorgfältig planen.

Für "Birder" sollten es schon 500mm+ sein

Für „Birder“ sind 500mm eigentlich ein Minimum, jedes „mehr“ hilft. Da sind das Nikon 200-500 oder das Tamron 150-600 die erste Wahl, wenn Budget eine Rolle spielt (oder natürliche Festbrennweiten). Für diejenigen, die es sich leisten können und wollen, erhöhen das Nikon 200-400 VR II oder das neue Nikon 180-400, welches sogar schon einen Telekonverter eingebaut hat, den Spassfaktor deutlich, bei gleichzeitger drastischer Reduktion des Kontostandes.

Im Anschluss ein paar Bilder, die ich mit dem 200-400 „geschossen“ habe (mehr Bilder findet man unter Flickr, siehe Link unten):

FOTOTIPP:

Alle Bilder sind direkt vom „.jpg“ aus der Kamera und lediglich hier und da ein Crop, bzw. geringfügig noch die Schärfe mit Lightroom etwas nachgezogen. Ansonsten unverändert.

Ich finde man kann sehr schön erkennen, dass das  Nikon 200-400mm VR II wirklich extrem plastische Bilder liefert.

Die nachfolgenden Bilder sind mit dem Tamron 150-600mm (G1) gemacht und persönlich finde ich den Unterschied vor allem im Kontrast spürbar und Feinheiten kommen weniger gut raus, sobald das Licht schlechter wird.

15.Tag: Ein letzter Game Drive mit wirklich spektakulären Eindrücken, z.B. einer riesigen Elefantenherde am Wasserloch. Auch diese Bilder sind mit dem Tamron 150-600mm G1 entstanden.

FAZIT:

Makanyi in Timbavati war ein sensationelles Erlebnis mit wahnsinnig aufmerksamen Mitarbeitern, die in Freundlichkeit und Service kaum zu überbieten sind. Diese Lodge kann man jedem uneingeschränkt empfehlen. Danke!

Der Rückflug von Hoedspruit nach Johannesburg erinnert an die frühe Zeit des Fliegens und wir sind selten so entspannt abgeflogen. Um 19:25Uhr startet unser Rückflug nach Deutschland und wunderbare 2 Wochen gehen zu Ende. Aber wir kommen wieder, das steht jetzt schon fest.

Tipps zur Auswahl der Lodges

Wir verlassen uns hier immer auf das Reisebüro AST, wenn es um Südafrika, Botswana oder Namibia geht. Das Reisebüro hat eine Mitarbeiterin vor Ort (die zauberhafte Frau Csar), die die meisten Lodges kennt und immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Bei der Auswahl sollte man neben der Lodge, die einem gefallen sollte, fragen wie groß das zur Lodge gehörige Fahrtgebiet ist, ob es einen Tracker und einen Ranger pro Fahrzeug gibt, was die maximale Anzahl Gäste pro Fahrzeug ist und ggfs noch, ob die Lodge sich auf Fotografen spezialisiert hat (Makanyi z.B. ist so eine)

Gut wenn der Guide was von Fotografie versteht

Dadurch muss man dem Guide nicht ständig erklären, warum das Licht besser von „hinten“ kommt, wenn möglich. Auch wichtig, wenngleich nicht ganz einfach herauszubekommen ist die Wildtierdichte und ob auch private Fahrzeuge in dem Gebiet fahren dürfen, was in der Tegel bei den Private Game Reserves nicht der Fall ist, dadruch sind diese „ruhiger“ aber auch signifikant teurer.

Worauf man als Safari Neuling achten sollte

Für den Safari Neuling sind all diese Punkte weniger wichtig, da es in jedem Fall immer spannend ist, wenn man wilde Tiere erstmals auch wirklich wild sieht. Diese Spannung nimmt auch mit zunehmender Erfahrung nicht ab, aber man wird halt anspruchsvoller was gute Gamedrives und Lodges angeht. Deshalb ein weiterer Tipp. Gute Lodges sind nicht billig, aber es macht einen riesen Unterschied, ob man zu max. 6 Personen oder zu 10 Personen im Wagen sitzt.

Woran man gute Lodges erkennt

Gute Lodges sind so organisiert, dass nie mehr als 2 Fahrzeuge pro Sighting vor Ort sind und lassen den Gästen ausreichend Zeit zur Beobachtung. Außerdem sind die Guides Top ausgebildet und gehen ggfs auch auf die Wünsche der Gäste ein. Man hat nie das Gefühl, dass man abgefertigt wird.

Höchsten 3, maximal 4 Nächte in einer Lodge bleiben

Mit den von uns gemachten Erfahrungen sollte man max 4 Nächte in einer Lodge bleiben, da man i.d.R. das Gebiet nach 3 Tagen ausreichend erkundet hat. Natürlich kann auch an Tag 4 und 5 noch spannendes passieren, es ist ja Wildlife, aber für einen selber ist es einfach auch spannender wieder Neues zu entdecken und i.d.R. sind auch die meisten anderen Gäste nur max 3 Nächte da, so dass die Lodges Ihr Programm darauf abgestellt haben.

FOTOTIPP:

Viele Lodges, vor allem die, die Fotografen als Safariteilnehmer für sich entdeckt haben, installieren jetzt sogenannte „Hides“ (Beobachtungsstationen auf Bodenhöhe) in der Nähe Ihrer Wasserlöcher. Für den ambitionierten Fotografen ist das Top (siehe meine Bilder von Mashatu in Botswana).

Mehr und mehr Lodges in Südafrika installieren diese jetzt, siehe z.B. auch Tuningi in Madikwe, die einen sehr luxuriösen Hide in 2018 eröffnet haben, der direkt von der Lodge zu erreichen Ist. Gerade für die Zeiten zwischen den Gamedrives, sind das tolle Möglichkeiten die Tiere aus anderer Perspektive zu erleben.

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Welche Fotoausrüstung für Mauritius und Südafrika?

Die Fotoausrüstung, die wir nach Mauritius und Südafrika mitgenommen haben, findet Ihr im folgenden aufgelistet. Ausserdem habt Ihr die Möglichkeit die genutzte Fotoausrüstung über unseren Foto-Shop direkt zu bestellen und weitere technische Details abzufragen. Dort gibt es auch noch jede Menge Extras.

Objektive: