2018 – Okt – Mauritius / Südafrika

Reisebericht: 15 Tage Reise Mauritius und Südafrika. Empfehlungen und Tipps für Fotografen und Reisende.

Tag 1: München -> Paris -> Zürich -> Johannesburg

Tag 2: Johannesburg -> Mauritius (The St.Regis Mauritius Resort)

Tag 3-8: The St.Regis Mauritius Resort

Tag 9: Mauritius -> Johannesburg (Protea by Marriott O.R. Tambo)

Tag 10: Johannesburg -> Hoedspruit -> Timbavati (Makanyi Safari Lodge)

Tag 11-14: Makanyi Safari Lodge

Tag 15: Timbavati -> Hoedspruit -> Johannesburg -> Zürich -> Paris -> München

Organisiert und gebucht wurde die Reise über: AST-Reisen

WICHTIGES vorneweg (alle Angaben ohne Gewähr):

Landeswährungen: Mauritius = „Mauritius-Rupie“, aber US-Dollar werden überall akzeptiert. Möglichst kleine USD Scheine mitnehmen für Trinkgeld, welches in USD erwartet wird. Johannesburg = ZAR (Südafrikanischer Rand), aber auch hier werden USD in den Lodges gern genommen. Ansonsten funktioniert Kreditkartenzahlung überall problemlos.

Impfungen: Aus Deutschland kommend sind keine Impfungen – auch Gelbfieber nicht – vorgeschrieben. Es empfehlen sich jedoch die Standardimpfungen, siehe Vorschläge auswärtiges Amt. Malariaprophylaxe gilt nur für Südafrika, hier muss jeder für sich abwägen, ob oder ob nicht.

Gepäck: Wenn man in Afrika mit dem Kleinflugzeug reist, dann sollte man auf „weiches“ Gepäck (z.B. Sporttaschen) achten und ebenso auf die Gewichtsbeschränkung (die aber oft nicht ganz genau genommen wird). Das Fotoequipment sollte definitiv an Bord mitgenommen werden, deshalb auf Kabinengepäcksmasse achten (!) Zur Info, für die LH Statuskarteninhaber, Air Mauritius gehört nicht zur Star Alliance und selbst wenn es ein Codeshare mit South African und ein über SA gebuchtes Ticket ist, gelten die Statuskundenprivilegien nicht (!)

Hilfreich: Ein kleines Taschenmesser sowie eine starke Taschenlampe mit Ersatzbatterien sind oft sehr nützlich. Die Handytaschenlampe tut es zur Not auch, leuchtet aber oft nicht weit genug.

Was müssen wir mitnehmen? Diesmal eine nicht ganz unwichtige Frage, da Mauritius (Badeurlaub) völlig anders sein wird, als Südafrika (Safari).

Für Südafrika ging das Packen schnell. Wie immer Zwiebelprinzip Funktionskleidung und feste Schuhe, obwohl wir uns diesmal bei angesagten 37 Grad tagsüber für etwas weniger warme Sachen entschieden haben. Für Mauritius ein Mix aus Badesachen, Shorts und T-Shirts. Letztendlich hat alles wunderbar in die schon von der letzten Tour bekannten Nike Sporttaschen gepasst. Gewicht: 15kg (je Tasche). In den Lodges in Afrika kann man seine Kleidung in der Regel kostenlos oder gegen geringen Aufpreis waschen lassen. Man bekommt sie entweder am gleichen Tag oder am nächsten zurück. Das spart eine Menge Gepäck.

Diese sollte sorgfältig und nach persönlichen Bedürfnissen gepackt sein. Wichtig bei allen Reisen ist das Zusammenstellen der Reiseapotheke VOR der Reise.

Mindestens sollte folgendes dabei sein:

  • Desinfektionsmittel,
  • Pflaster/Verbandszeug,
  • Mittel gegen Mücken-/Insektenstiche,
  • Schmerz- und Fiebermittel
  • Entzündungshemmende Mittel
  • Fieberthermometer
  • Mittel gegen Magen-Darm

Je nach Reisegebiet zusätzlich:

  • Insektenschutz
  • Reisetabletten
  • Mittel gegen Allergie
  • Gutes Sonnenschutzmittel.
Alles zusammen stolze 15kg „Handgepäck“ in einem Lowepro Runner 450 (Fotorucksack).

Tag 1: Wie schon beim letzten Mal Ist unsere Flugroute München-Paris-Zürich-Johannesburg und diesmal wollten wir sicherstellen, dass unser Gepäck das auch so sieht. Mittags ging es los und gleich erstmal eine Stunde Verspätung. Fanden wir nicht schlimm, d.h. eine Stunde weniger in der schrecklichen LH-Kellerlounge in Paris. Diesmal hatten wir uns zudem Filme auf unsere Ipads geladen, so dass die verbleibenden 3h Wartezeit bis zum Weiterflug schnell vergingen. Von meinem Fensterplatz im Flieger nach Zürich konnte ich die Gepäckverladung direkt beobachten und endlich, auf dem dritten Wagen, kamen auch unsere Taschen. Also zumindest nach Zürich kommt das Gepäck schon mal mit. In Zürich geht es wieder in die Lounge und um 22:25Uhr startet das Boarding nach Johannesburg.

Tag 2: Der Flug mit Swiss war super aber nach 10h waren wir dennoch froh aus dem Flieger raus zu sein. In Johannesburg mussten wir erstmal unser Gepäck holen und die Immigration hinter uns bringen, nur um es dann direkt wieder einzuchecken und aus Südafriak offiziell wieder auszureisen. Logisch, oder ? Nur etwas anstrengend. 4h später ging es dann mit Air Mauritius weiter nach Mauritius.

Den Vielfliegern sei an dieser Stelle verraten, dass es Air Mauritius genau gar nicht interessiert, dass man das Ticket als Code Share bei South African gekauft hat und sämtliche Star Alliance Benefits (z.B. der Zugang zu Lounge) einfach ignoriert werden und es auch keine Miles&More Meilen gibt. Aber gut, viele werden sagen „Luxusproblem“. Als Fotograf mit Handgepäck sieht man das jedoch schnell anders. Es hat uns sehr geärgert zumal wir für den Fotorucksack als Handgepäck nachzahlen sollten, was nur durch kurzzeitiges „Umpacken“ in die Handtasche meiner Frau  vermieden werden konnten (Achtung, die wiegen tatsächlich die 8 Kilo, was bei einem Fotorucksack schnell ein Problem ist). Pünktlich um 13:35Uhr ging es dann weiter nach Mauritius, wo wir um 19:35Uhr (2h Zeitverschiebung) nach 4h Flug gelandet sind.
Die Einreise dauert leider auch hier fast 45min und da das Gepäckband neue Koffer nur ausgibt, wenn Platz auf dem Band ist, hat auch das nochmal 30min gedauert. Unser Fahrer hat glücklicherweise schon gewartet und wird sind letztendlich um 22:20Uhr doch etwas müde (insgesamt mehr als 24h Gesamtreisezeit) im Hotel angekommen. Tipp: Transfer vorab buchen. Es gibt kaum Taxis auf der Insel und öffentliche Verkehrsmittel sind jetzt nicht so der Hit. Abendessen gab es im Hotel zwar nicht mehr, aber man hat uns eine kalte Platte aufs Zimmer gestellt. Top Service und sicher einer der Gründe sich für das St.Regis Le Morne zu entscheiden, abgesehen von einem Zimmer – Upgrade in eine Suite. Besser konnte der Tag nicht enden.

Tag 3: Wir haben die Vorhänge im Zimmer mit Absicht nicht zugezogen und so werden wir um 07:00Uhr vom ersten Tageslicht geweckt.

Direkter Meerblick, welches nur etwa 15m von unserem Balkon entfernt ist. Das Meer ist spiegelglatt und es ist noch niemand auf den Beinen.

Der menschenleere Sandstrand und ein paar Vögel, sonst nichts. Wir genießen eine Tasse Kaffee auf dem Balkon. Danach geht es zum Frühstück, welches ebenfalls in einem Pavillon direkt am Meer stattfindet. Den Rest des Tages verbringen wir damit unsere Inselrundfahrt für den übernächsten Tag zu planen und mit Faulenzen am Strand / Pool. Bei einem Kaffee auf dem Balkon kamen noch ein paar gefiederte Freunde vorbei (gut, der Rosinenmuffin hat sicher auch geholfen) und so entstehen mit dem 300er Tele noch ein paar schöne Bilder. Grundsätzlich merkt man beim Nikon 70-300mm aber, dass es optisch nicht mehr mit anderen, neueren Tele-Zooms mithalten kann, weshalb es demnächst „in die Bucht“ geht.

Am Abend gehen wir dann zum Sundowner an der Strand, wo wir einen wirklich spektakulären Sonnenuntergang erleben, der uns auch sehr schnell die 25,- Euro für ein Bier und einen Wein (Glas, nicht Flasche!) vergessen lässt.

Tag 4: Wie schon am Vortag stehen wir um 07:00 Uhr auf und genießen vom Balkon aus die Ruhe am Strand. Keine Wolke am Himmel und schon jetzt sehr warm. Ein leichter Wind sorgt für ein wenig Abkühlung. Wir unternehmen einen Strandspaziergang am schier endlosen weißen Sandstrand und lernen schnell, dass Badeschuhe von Vorteil wären.

Der Strand Le Morne ist sicher einer der schönsten der Insel, da er aber wie fast alle Sandstrände aus zerfallenen Korallen und Muscheln entstanden ist, ist er nicht so weich, wie man denken mag und es gibt noch viele Muschel- und Korallenstücke, die noch auf den Zerfall „warten“ und scharfkantig sind. Auch Seeigel findet man am Strand, im Sand und im Wasser. (Tipp: Schwimmschuhe aus Deutschland mitnehmen!).

Nach dem Mittagessen machen wir es uns am Pool gemütlich und schlummern ein wenig.

Gegen 17:30Uhr finden wir uns an schon gewohnter Stelle (Strandbar) zum Sundowner ein. Während wir den Sonnenuntergang genießen, surren gleichzeitig 3 Drohnen über unseren Köpfen und in ungefähr 200m Entfernung vom Strand treiben Buckelwale ihr Unwesen. Man kann sehen wie sie mit den Schwanzflossen auf das Wasser klatschen. Ein schöner und ruhiger Tag geht zu Ende und das sehen auch die Moskitos so und fangen an sich an uns heranzumachen (Tipp: Mückenschutz nicht vergessen!).

Tag 5: Um 09:00Uhr werden wir pünktlich abgeholt. Das Wetter ist heute deutlich anders. Das Meer ist aufgewühlt, am Riff brechen bis 5m hohe Wellen und es sieht nach Tropenregen aus. Als erstes fahren wir auf einen erloschenen Vulkankrater auf ca 600m Höhe. Dort angekommen merkt man schnell, dass man auf einer „Touritour“ ist. Busse und PKW drängeln sich auf dem Parplatz. Wir vertreten uns die Beine ein wenig und dann geht es auch schon weiter. Als nächstes geht es in einen Tax Free Shop für Kleidung und dann weiter in eine Miniaturboot Manufaktur. Beides auch so Touri Dinger, aber in der Manufaktur konnte man zuschauen, wie die Boote hergestellt werden. Das war schon nett anzusehen. Weiter geht es zu den indischen Tempeln. Diese sind auch ganz anders als erwartet. Eher kitschig bunt und modern. Alles sieht irgendwie nach Plastik aus.

Aber unser Guide Devendra – selber Inder – versichert uns, dass es „echt“ ist und einmal im Jahr über eine halbe Million Pilger dorthin kommen. Leider regnet es leicht (wir sind sprichwörtlich im Regenwald) und so kann man es nicht so richtig geniessen.

Als nächstes steht eigentlich unser Tageshighlight an. Ziplining auf der 1,5km langen Strecke. Aber es regnet in Strömen und Nebel steigt auf, so dass wir entscheiden das ausfallen zu lassen und dafür „echt“ Mauritian Style Essen zu gehen. Auf dem Weg sehen wir noch einen Affen, der sich strategisch günstig an der Tempelstrasse platziert hat und sich sein Essen praktisch von den Pilgern holt.

Das Restaurant, welches unser Guide empfiehlt, ist auch eher ein Touri Laden, wenn wir uns die doch sehr deutschen Preise ansehen. Aber lecker ist es und der Regen hat auch aufgehört. Wir fahren weiter zu den 7 Colored Hills. Auf dem Weg dorthin besuchen wir noch die höchsten Wasserfälle der Insel. Eigentlich nichts spektakuläres, bis ich mich frage „was da so fliegt“. Es sah aus wie Vögel, aber irgendwie zu gross. Des Rätsels Lösung: Flughunde.

FOTOTIPP:

Und das war jetzt wieder so ein Moment, an dem ich mich geärgert habe, dass das grosse Tele im Hotelzimmer lag und ich nur das optisch etwas schwache Nikon 70-300mm dabei hatte. Sollte also jemand zu den 7 Colored Hills fahren und Flughunde fotografieren wollen, dann auf alle Fälle was größeres einpacken.

Bei den 7 Colored Hills handelt es sich um vulkanische Erde, die im Sonnenschein der Nachmittagssonne in allen Farben leuchtet, nett, mehr aber auch nicht.

Noch ein Hinweis, die dort angepriesenen Riesenschildkröten, auf die ich mich fotografisch gefreut hatte, sind eher ein Reinfall, da sie in einem Freilaufgehege sind – wie im Zoo – und man nicht wirklich nah ran kommt. Inzwischen ist das Wetter zumindest wieder besser und nach einem letzten Stop mit Panoramablick sind wir gegen 16:30Uhr zurück im Hotel. Irgendwie war es am Ende doch ein schöner Tag und zumindest Dank unseres Guides haben wir viel über die Insel und ihre Geschichte gelernt. Unter anderem, dass die Insel erst seit gut 400 Jahren bewohnt ist und die „Ureinwohner“ (Creolen) alle samt von Sklaven abstammen, die ursprünglich von den Holländern und Franzosen auf die Insel verschleppt wurden. Das Wetter in Le Mourne ist wieder top und so genießen wir den Sonnenuntergang von unserem Balkon aus.  Am Abend gibt es heute das „Mauritian Style Buffet“ was leider so lecker ist, dass wir uns völlig überessen und dann schon gegen 20:30Uhr im Bett liegen. Die Uhren gehen hier einfach anders….

Tag 6: Ein super schöner Sonnenmorgen und wir genießen den uns schon lieb gewonnen Kaffee auf unserem „2ten Bett“ auf dem Balkon. Die Minas und Bul Buls warten schon auf ihr Frühstück und wir genießen die klare Morgenluft. Es ist schon ein kleines Paradies hier. Absolute Ruhe und ein Traumblick.

Den Rest des Tages verbringen wir bis zum Sonnenuntergang mit Faulenzen, ein wenig Sport und dem traumhaften Blick auf das Meer. Zum Sonnenuntergang gehen wir wieder zur Strandbar und es erwartet uns erneut ein spektakulärer Sonnenuntergang.

Von da geht es direkt zum Abendessen ins Boathouse. An dieser Stelle der Hinweis, dass man – wenn man sich für Le Morne entscheidet – definitiv Vollpension buchen sollte, da es in der Nähe der Hotels keine Restaurants oder ähnliches gibt und auch Taxis zur nächsten, doch nicht gerade nah gelegenen Ortschaft, eher Mangelware sind. Mit Vollpension ist man aber bestens gerüstet und wird definitiv „satt“. Das Essen ist absolute Spitzenklasse und man kann unter 4 verschiedenen Restaurants jeden Tag auswählen. Diejenigen, die einen höheren Status bei Marriott oder eine Suite gebucht haben, können sich zudem morgens über das Frühstück a la carte im Boathouse freuen, direkt am Strand mit Blick auf das Meer und einer Ruhe, die traumhaft ist.

Tag 7: Nach dem Frühstück laufen wir aus Interesse zum Nachbarhotel, dem Lux Le Morne. Ebenfalls eine sehr gepflegte und schöne Anlage. Die Pools sind der Hammer und die Anlage ist top. Auch der Sand am Strand ist etwas feinsandiger. Allerdings gefallen uns die Zimmer – zumindest das, was man von außen sieht, nicht so gut, da alles sehr dunkel ist und diese nicht direkt am Meer liegen, wie beim St.Regis. Aber schön ist es trotzdem und falsch macht man mit dem Hotel sicher auch nichts. Danach müssen wir uns von dem ganzen Freizeitstress erstmal erholen und legen uns an den Strand zum Faulenzen. Das ist eine der Sachen, die hier wirklich problemlos jederzeit funktioniert. Gegen 17:30Uhr geht es dann wieder zum inzwischen gewohnten „Sunset-Ritual“. Da kann man nicht genug von bekommen, da es jeden Tag einmalig anders ist.

Tag 8: Auf dem Meer sehen wir die Walbeobachtungsboote. Zu zwölft sind sie hinter den Buckelwalen her. Für mich grenzt das schon eher an Tierquälerei, da es anders als in anderen Ländern keinen „Schutzabstand“ zu den Tieren zu geben scheint und die kleinen hochmotorisiereten Boote hinter den Walen herjagen. All das lies sich mit dem Fernglas sehr schön beobachten und wir sind froh eine solche Tour nicht gebucht zu haben. Nach dem Frühstück spazieren wir ein wenig am Traumstrand entlang und genießen einfach den Tag. Man mag es kaum glauben, aber „abhängen“ im Paradies kann sehr erfüllend sein und irgendwie fliegt die Zeit nur so dahin. Pendeln zwischen Pool, Liege und Strand, Mittagessen mit Meerblick, Liege, Pool und Zack ist es 17:00Uhr und Zeit sich für den Sundowner fertig zu machen. Am letzten Abend gibt es ein herrliches Fischbuffet mit fangfrischen Fischen, Austern, Sashimi und und und. Traumhaft lecker und natürlich essen wir wieder mehr als wir sollten.

Tag 9: Der Himmel ist blau als wir aufstehen, aber es ist deutlich schwüler, als an den Tagen zuvor und langsam bedeckt sich auch der Himmel mit Woken. Das macht uns die heute anstehende Abreise deutlich leichter. Aber ein paar Stunden haben wir noch, bevor wir aus dem Paradies vertrieben werden. Unsere St.Regis „Grand Suite“ – an dieser Stelle nochmals Dank an das Hotel – war der pure Luxus und ein absoluter Traum auf 175qm mit direktem Meerblick. Hier will man einfach nicht mehr weg. Das Hotel verdient jeden einzelnen seiner Sterne und es gab absolut nichts zu bemängeln. Dieses Hotel hat es ganz klar an die Spitze aller bisher von uns besuchten Hotels geschafft. Der Transfer zum Airport zeigt noch einmal die Schönheit von Mauritius. Der Check-in geht wieder mit dem schon bekannten Diskussionspunkt „Handgepäcksgewicht“ einher (max 8kg) und so muss das Kameraequipment wieder auf 2 Personen aufgeteilt werden. Ich frage mich nach wie vor, wie andere das machen, denn ein Kamerarucksack oft mehr als 8kg wiegt. Der Rückflug von 4,5h geht schnell vorbei und Immigration und Gepäckabholung in Johannesburg funktionieren diesmal in Rekordzeit. Die Nacht verbringen wir im Protea OR Tambo Hotel, nur gut 1,5km von Flughafen entfernt. Absolut OK für eine Nacht, aber man merkt, dass man aus dem Paradies vertrieben wurde, wenn man am nächsten Morgen aus dem Fenster schaut. Besser für die 1 Nacht wäre noch die Protea Airport Lodge gewesen, da hätte man vom Flughafen zu Fuß gehen können.

Tag 10: Wir nutzen den Hotelschuttle zum Flughafen. Am Flughafen wieder Diskussion zum Handgepäck. Langsam sind wir etwas genervt, aber am Ende alles gut. Der Flug nach Hoedspruit dauert nur 35min, der Flughafen ist schnuckelig klein und das Gepäck wird von einem Traktor mit Anhänger geliefert. Draußen warten schon alle Transfers zu den Lodges und auch wir sind gegen 15:30Uhr endlich in unserer Makanyi Guest Lodge angekommen. Ein Traum, den wir bei Ankunft kaum genießen können.

Kurz die Formalitäten klären, dann umziehen und schon geht es auf den ersten Game Drive.

Es ist kühler als erwartet aber eine tolle Fahrt in einem tollen Reservat.

Das Highlight ist nach Sonnenuntergang ein Leopard mit Beute, der von 2 Hyänen einen Baum raufgescheucht wird. Spektakulär! 

Zurück in der Lodge gibt es ein fantastisches Abendessen auf der Veranda und dann fallen wir müde ins Bett. Hinweis: wir hatten mit deutlich mehr Mücken zu dieser Jahreszeit gerechnet, aber es gab so gut wie keine und die wenigen liessen sich durch Anti Brumm / Autan gut abhalten.

Tag 11: Wie für Safaricamps üblich erfolgt das Wecken sehr früh um 05:30Uhr. Gegen 06:00Uhr geht es auf den ersten Gamedrive. Der Himmel ist bedeckt und es regnet leicht, als wir zu den Autos gehen. Damit haben wir irgendwie überhaupt nicht gerechnet, da es 2 Tage zuvor laut Wetter App noch 37 Grad hatte. Während der Fahrt hört der Regen auf und wir sehen unser erstes Spitzmaulnashorn (Black Rhino), sehr selten und ein guter Start in den Tag. Danach sehen wir eine große Elefantenherde, Antilopen, Gnus und vieles mehr. Bei einer Kaffeepause haben wir eine sehr schöne Begegnung mit einem Elefanten. Wir waren gerade alle aus dem Safariwagen raus und tranken Kaffee, als dieses nicht gerade kleine Exemplar sich durch die Büsche genähert hat. Das ist schon was anderes, wenn man nicht im Auto ist.

Gegen 09:00Uhr sind wir wieder zurück in der Makanyi Guest Lodge, die wir jetzt erstmalig bei Tageslicht sehen. Wunderschön. Die Wolken reißen auf und der azurblaue Hinmel kommt zum Vorschein.

Nach dem Frühstück setze ich mich auf die Veranda unseres Hauses und genieße den Blick auf die vorbeiziehenden Tiere (Impalas, Kudus, Giraffen, Warthogs, Zebras, Gnus, um nur einige zu nennen). Um 13:00Uhr geht es dann mit Mittagessen weiter. Verhungern kann man hier definitiv nicht. Kurz vor 16:00Uhr starten wir zum Gamedrive am Nachmittag. Wir haben uns 2 Objektive ausgeliehen. Das Nikon 200-400 VR II und das Nikon 200-500. Mich hat der Vergleich zu meinem Tamron 150-600 G1 interessiert. Dabei ging es mir nicht um die professionellen Vergleiche, davon findet man im Netz genug, sondern um  das Handling und wie sie sich im Vergleich zum Tamron schlagen.

FOTOTIPP:

Das Nikon 200-400 VR II ist ein echtes Schwergewicht (über 3kg) und man schleppt da einiges rum. Den ganzen Tag damit rumlaufen, keine Chance. Aber im Safariwagen eine ganz andere Nummer und demjenigen, der das nötige Kleingeld hat zu 100% zu empfehlen. Schneller Fokus, super scharf, toller Kontrast, passt alles und gebaut wie ein Panzer. Ich hatte noch nie so viel Spass mit einem Objektiv, wenngleich ich die Bildqualität final erst zuhause am Rechner beurteilen konnte. Das Nikon 200-500 ist ebenfalls gut, aber halt eine andere Liga, nicht nur preislich. Gleichzeitig ist es bis auf die Zoom-Range dem Tamron 150-600 G1 ebenbürtig. Ordentliche Qualität, aber nichts für die Ewigkeit (muss ja auch nicht). Deutlich leichter als das 200-400 (knapp über 2kg, das ist schon eher was für den ganzen Tag) und ebenfalls mit schnellem, präzisen Fokus. Was mich persönlich – gegenüber dem Tamron 150-600 G1 – stört ist, dass der Fokusring sozusagen am Ende der Linse sitzt, wo man beim Freihandfotografieren gern festhält und dann immer das Risiko hat den Fokus zu verstellen. Ausserdem ist der Zoomweg des Nikon deutlich länger, als der des Tamron. Da es größer ist und preislich über dem Tamron liegt, gäbe es für mich keinen wirklichen Grund zu wechseln, ausser ggfs die durchgängige Lichtstärke. Es ist ebenfalls ein Top Objektiv, was ich, nach vielen Fotos damit, jedem ans Herz legen kann. Nikon und Tamron nehmen sich hier nichts in dieser Preisklasse. Wir haben unsere Objektive bei Africa Photographic Services in Südafrika geliehen. Die Anlieferung zur Lodge und Abrechnung per Kreditkarte waren top. Gern immer wieder. Erstklassiger Service.

Tag 12-14: Die Safaritage laufen grundsätzlich alle nach dem gleichen Schema ab. 05:30Uhr wecken, 06:00Uhr der erste Game Drive, mit Frühstückskaffee. Hier sei der von unserem Ranger Nico erfundene Kakao-Amarula-Kaffee als Highlight genannt. Dann um 09:30Uhr Frühstück, 13:00Uhr Mittag, 15:30Uhr High Tea und um 16:00Uhr Abfahrt zum abendlichen Gamedrive.

Rückkehr dann gegen 19:00Uhr (je nachdem was man gerade so entdeckt hat) und dann direkt an die Bar für den Austausch des Tages mit den anderen Gästen. Bei guten Lodges wird das Menü vom „Chef(koch)“ persönlich vorgestellt, inklusive Weinempfehlung (bei Makanyi ein Highlight) und nach dem Essen geht es meist direkt ins Bett. Der Ablauf ist grundsätzlich individuell für jede Lodge, aber eigentlich unterscheidet es sich nur von den Zeiten und ob es Zwischenmahlzeiten gibt, was bei guten Lodges öfter der Fall ist. Die Zeit zwischen den Game Drives hat man für sich zur Verfügung, kann Sport machen, Schlafen, Relaxen oder was auch immer. Als Fotograf nutzt man die Zeit natürlich auch, um Bilder rund um die Lodge zu machen, denn auch hier gibt es eine „Tierwelt“.

FOTOTIPP:

An dieser Stelle komme ich noch einmal auf die Objektive zurück. Während des Tages und mit genug Licht sind die Ergebnisse des Tamrons gegenüber dem Nikon 200-400 nur geringfügig schlechter. Die meisten Hobbygotografen würden den Unterschied nicht wirklich merken, da diese sich erst beim „crop“ und in Dingen wie Kontrast zeigen. Ganz anders dagegen bei schlechteren Lichtverhältnissen, vor allem früh am Morgen oder in der Abenddämmerung, welches auf Safaris meist genau die Zeiten der Tierbeobachtung sind. Hier spielt das Nikon 200-400 VR II mit seiner Blende f4 ganz klar seine wahre Stärke aus. Durch die monströse Frontlinse kommt soviel Licht, dass der AF immer trifft, selbst, wenn man das Gefühl hat, es wäre schon dunkel. ISO muss selten höher als 3200, wo man beim Tamron eher schon bei 4000-5000 ist (klar, es ist auch eine Blende f6,3 bei 400+mm). Ich muss sagen, als ich das Objektiv nach 2 Tagen wieder abgeben musste und zurück auf das Tamron 150-600 gewechselt habe, fühlte es sich schon wie eine „Amputation“ an. Vor allem als wir abends ein Löwenrudel beobachtet hatten und ich einige schöne Shots verpasst habe, da ich noch mit den ISO Einstellungen des Nikon 200-400 VR II unterwegs war. Zudem hatte ich beim ersten „durchschauen“ plötzlich das Gefühl die Schutzkappe wäre noch auf dem Objektiv, so viel dunkler war es. Das Nikon 200-500 hat hier auch einen leichten Vorteil ggü. dem Tamron, mit der festen Blende von f5.6. Der Wunsch sich die „Dicke Berta“, wie wir das Nikon 200-400 VR II liebevoll genannt haben, zu besitzen ist jetzt leider geweckt. Ausleihen würde ich es für Safari definitiv immer wieder. An dieser Stelle aber auch noch ein weiterer Tipp. Für das Timbavati Reserve sind 400mm locker ausreichend, da es nur wenige Situationen gibt, wo man diese Reichweite voll nutzt, außer man ist „Birder“. Gleiches gilt für die meisten Private Game Reserves (z.B. auch Sabi Sabi, Madikwe oder Marataba), da in diesen „Offroad“ gefahren werden darf und man sehr nah an alle Tiere rankommt. Aus diesem Grund sollte man sich vor der Safari gut überlegen in was für einem Gebiet man unterwegs sein wird und seine Objektive sorgfältig planen. Wie gesagt für „Birding“ sind 500mm eigentlich ein Minimum, jedes „mehr“ hilft. Da sind das Nikon 200-500 oder das Tamron 150-600 die erste Wahl, wenn Budget eine Rolle spielt (oder natürliche Festbrennweiten). Für diejenigen, die es sich leisten können und wollen, erhöhen das Nikon 200-400 VR II oder das neue Nikon 180-400, welches sogar schon einen Telekonverter eingebaut hat, den Spassfaktor deutlich, bei gleichzeitger drastischer Reduktion des Kontostandes. Im Anschluss ein paar Bilder, die ich mit dem 200-400 „geschossen“ habe (mehr Bilder findet man unter Flickr, siehe Link unten):

FOTOTIPP:

Alle Bilder sind direkt vom „.jpg“ aus der Kamera und lediglich hier und da ein Crop, bzw. geringfügig noch die Schärfe mit Lightroom etwas nachgezogen. Ansonsten unverändert. Ich finde man kann sehr schön erkennen, dass das  Nikon 200-400mm VR II wirklich extrem plastische Bilder liefert. Die nachfolgenden Bilder sind mit dem Tamron 150-600mm (G1) gemacht und persönlich finde ich den Unterschied vor allem im Kontrast spürbar und Feinheiten kommen weniger gut raus, sobald das Licht schlechter wird.

Tag 15: Ein letzter Game Drive mit wirklich spektakulären Eindrücken, z.B. einer riesigen Elefantenherde am Wasserloch. Auch diese Bilder sind mit dem Tamron 150-600mm G1 entstanden.

Dann heißt es Abschied nehmen, der wirklich schwer fällt. Makanyi in Timbavati war ein sensationelles Erlebnis mit wahnsinnig aufmerksamen Mitarbeitern, die in Freundlichkeit und Service kaum zu überbieten sind. Diese Lodge kann man jedem uneingeschränkt empfehlen. Danke!

Der Rückflug von Hoedspruit nach Johannesburg erinnert an die frühe Zeit des Fliegens und wir sind selten so entspannt abgeflogen. Um 19:25Uhr startet unser Rückflug nach Deutschland und wunderbare 2 Wochen gehen zu Ende. Aber wir kommen wieder, das steht jetzt schon fest. Irgendwann….

Noch ein paar Tipps zu der Auswahl der Lodges. Wir verlassen uns hier immer auf das Reisebüro AST, wenn es um Südafrika, Botswana oder Namibia geht. Das Reisebüro hat eine Mitarbeiterin vor Ort (die zauberhafte Frau Csar), die die meisten Lodges kennt und immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Bei der Auswahl sollte man neben der Lodge, die einem gefallen sollte, fragen wie groß das zur Lodge gehörige Fahrtgebiet ist, ob es einen Tracker und einen Ranger pro Fahrzeug gibt, was die maximale Anzahl Gäste pro Fahrzeug ist und ggfs noch, ob die Lodge sich auf Fotografen spezialisiert hat (Makanyi z.B. ist so eine, da jeder Ranger gleichzeitig auf Fotograf ist – zumindest als Hobby und man zudem Equipment ausleihen kann, sogar Fotokurse wären möglich). Dadurch muss man dem Guide nicht ständig erklären, warum das Licht besser von „hinten“ kommt, wenn möglich. Auch wichtig, wenngleich nicht ganz einfach herauszubekommen ist die Wildtierdichte und ob auch private Fahrzeuge in dem Gebiet fahren dürfen, was in der Tegel bei den Private Game Reserves nicht der Fall ist, dadruch sind diese „ruhiger“ aber auch signifikant teurer.

Für den Safari Neuling sind all diese Punkte weniger wichtig, da es in jedem Fall immer spannend ist, wenn man wilde Tiere erstmals auch wirklich wild sieht. Diese Spannung nimmt auch mit zunehmender Erfahrung nicht ab, aber man wird halt anspruchsvoller was gute Gamedrives und Lodges angeht. Deshalb ein weiterer Tipp. Gute Lodges sind nicht billig, aber es macht einen riesen Unterschied, ob man zu max. 6 Personen oder zu 10 Personen im Wagen sitzt. Gute Lodges sind so organisiert, dass nie mehr als 2 Fahrzeuge pro Sighting vor Ort sind und lassen den Gästen ausreichend Zeit zur Beobachtung. Außerdem sind die Guides Top ausgebildet und gehen ggfs auch auf die Wünsche der Gäste ein. Man hat nie das Gefühl, dass man abgefertigt wird. Mit den von uns gemachten Erfahrungen sollte man max 4 Nächte in einer Lodge bleiben, da man i.d.R. das Gebiet nach 3 Tagen ausreichend erkundet hat. Natürlich kann auch an Tag 4 und 5 noch spannendes passieren, es ist ja Wildlife, aber für einen selber ist es einfach auch spannender wieder Neues zu entdecken und i.d.R. sind auch die meisten anderen Gäste nur max 3 Nächte da, so dass die Lodges Ihr Programm darauf abgestellt haben.

FOTOTIPP:

Viele Lodges, vor allem die, die Fotografen als Safariteilnehmer für sich entdeckt haben, installieren jetzt sogenannte „Hides“ (Beobachtungsstationen auf Bodenhöhe) in der Nähe Ihrer Wasserlöcher. Für den ambitionierten Fotografen ist das Top (siehe meine Bilder von Mashatu in Botswana). Mehr und mehr Lodges in Südafrika installieren diese jetzt, siehe z.B. auch Tuningi in Madikwe, die einen sehr luxuriösen Hide in 2018 eröffnet haben, der direkt von der Lodge zu erreichen Ist. Gerade für die Zeiten zwischen den Gamedrives, sind das tolle Möglichkeiten die Tiere aus anderer Perspektive zu erleben.